Megalopolis

Valery Gergiev bekommt in Sankt Petersburg zum 60. Geburtstag ein zweites Mariinsky Theater geschenkt und lässt sich von Vladimir Putin als «Held der Arbeit» auszeichnen. 1000 Vorstellungen sollen seine 2500 Mitarbeiter künftig pro Saison stemmen

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Anfang Mai vor zehn Jahren. Wie diesmal wieder tauchen die «Weißen Nächte» Sankt Petersburg in nicht enden wollendes, strahlend hartes Sonnenlichtblau. Das Mariinsky Theater unter seinem dynamischen Chef Valery Gergiev wuchtet den ersten russischen «Ring des Nibelungen» seit Menschengedenken auf seine marode Bühne. In der nahen Akademie der Künste, am anderen Newa-Ufer, wird freilich eine Utopie der anderen Art Wirklichkeit: Im ersten internationalen Architekturwettbewerb des Landes sind die Modelle für ein zweites Mariinsky Theater ausgestellt.



Der vielfach umgemodelte, außen pistaziengrün, innen eisvogelblau, cremeweiß und golden gehaltene Bau, den Zar Alexander II. 1860 zu ­Ehren seiner deutschen Frau Marie von Hessen-Darmstadt errichten ließ, ist längst nicht mehr zeitgemäß für den expandierenden Gergiev, der sein Opern- und Balletttheater seit 1988 als Chefdirigent und seit 1996 auch als Intendant zu einer weltweit angesehenen, devisenbringenden Marke geformt hat. Eher ist er eine Bürde. Gergiev, früh vaterloser Ossete aus dem Nordkaukasus, der sich in Petersburg hochgekämpft hatte, bei den sowjetischen Pulthaudegen Ilya Musin und Evgeny Mravinsky geschliffen wurde, schließlich ...

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Opernwelt Juni 2013
Rubrik: Im Focus, Seite 4
von Manuel Brug

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