Mayrs «Medea» auf CD
Durch die Opera-Rara-Aufnahme von 1993 wurde Mayrs «Medea» erstmals einem größeren Publikum bekannt. Nun liegt ein Mitschnitt der St. Gallener Produktion vom Herbst 2009 vor (siehe auch OW 12/2009). Die Besetzung der Titelpartie könnte unterschiedlicher kaum sein: hier die Wagner-Heroine Jane Eaglen (durchaus mit Piano-Farben), dort die (inzwischen leider zum Wobble neigende, vokal oft grimassierende) ungleich «leichtere» Stimme von Elzbieta Szmytka. Mayr ist eben schwer zu orten: gesangstechnisch wie emotional. Zeuge und Abbild eines Umbruchs in der Operngeschichte.
Mehr Evolutionär als Revolutionär. Kein Bühnenmensch letztlich. Und trotzdem zukunftsweisend in vielem. Aus der Besetzung in St. Gallen ragt Lawrence Brownlee heraus, ein Belcanto-Profi, der Mayr quasi von der Generation seiner Schüler her begreift. Das Label Oehms wird seine Initiative für Rares und Neues übrigens mit einer anderen «Medea» fortsetzen. Aribert Reimanns neue Oper wird demnächst in Frankfurt mitgeschnitten.
Mayr: Medea in Corinto.
Wojtek Gierlach (Creonte), Lawrence Brownlee (Egeo), Elzbieta Szmytka (Medea), Mark Milhofer (Giasone), Evelyn Pollock (Creusa) u. a. Sinfonieorchester St. Gallen, Chor ...
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