Mal ehrlich... Aus dem Leben eines Taugenichts
Als ich damals anfing, bläuten mir die Kollegen ein, eine Ehe zwischen Opernsängern sei wie eine Expressfahrkarte in die Hölle. Ich heiratete eine Klarinettistin; der Bund ging trotzdem in die Brüche. Also pfiff ich auf gute Ratschläge und traute mich noch einmal – mit einer Opernsängerin. Und heute, fast zwanzig Jahre später, funktioniert es immer noch erstaunlich gut.
Das schreibe ich jetzt nicht nur, weil ich weiß, dass meine Frau meine Kolumne immer liest. Vielleicht liegt es daran, dass wir seit unserem Kennenlernen nie gemeinsam auf der Bühne gestanden haben.
Ich habe bei der Arbeit schließlich schon genug mit meinen eigenen Neurosen zu tun, wenn ich mich auch noch um die meiner Frau kümmern müsste – ich will’s mir gar nicht vorstellen. Angenommen, ich stelle mich blöd an und sie ist everybody’s darling. Wohin mit der Eifersucht? Der Scham? Der Missgunst? Das ist doch sowieso ein Riesenproblem in unserem Job. Will man wirklich nicht noch zu Hause haben.
Dass wir nicht zusammen auftreten, bedeutet leider, dass wir uns oft in unterschiedlichen Ländern oder gar Kontinenten befinden. Manche halten das ja für ein Erfolgsrezept: diese Gewürzmischung aus Trennungsschmerz, Sehnsucht ...
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Opernwelt Juni 2015
Rubrik: Magazin, Seite 78
von Christopher Gillett
Die Oper Köln hat zur neuen «Arabella» ein Filmchen ins Netz gestellt, in dem das kanadische Produktionsteam Barbe & Doucet (so der Firmenname) seine Absichten mit der Lyrischen Komödie von Hofmannsthal und Strauss kundtut ‒ das heißt: Eigentlich redet nur Renaud Doucet, der Regisseur, während sein Ausstatter André Barbe konsequent schweigt.
Auf der Bühne kommt es...
Dank ihres hohlen Rufs, der wie ein Hilfeschrei verlorener Seelen klingt, spielt die Eule die Rolle als Botin von Ungemach bis ins Triviale hinein; selbst Edgar Wallaces Schwarze Äbte fürchten ihn. Ein Memento-mori-Vogel, aber auch Mittler himmlischer Weisheit. Man denke an die Eule der Minerva, die freilich, so beschrieb es Hegel, ihren Flug erst zur einbrechenden...
In einer Schmiede, sollte man meinen, geht es hitzig zu, stieben Funken, rinnt Schweiß. Der neue Leipziger «Siegfried» hingegen hat Mühe, auf Betriebstemperatur zu kommen. Was weniger an den seltsamen Schlingpflanzen liegt, die Bühnenbildner Carl Friedrich Oberle wuchern lässt. Sondern daran, dass der erste Aufzug nicht funktionieren kann, wenn Mime nicht zündet....
