Magie des Kinos
Die Saison mit einer Neuinszenierung zu eröffnen, ist im Opernbetrieb weltweit gang und gäbe. Die Met jedoch hatte sich seit 1987 für Revivals und hochkarätig besetzte Star-Galas entschieden, deren Programme sich aus herausgelösten Akten verschiedener Opern zusammensetzten.
Peter Gelb, der Intendant (und bis vor kurzem umstrittener Chef von Sony Classical) hat somit Berge versetzen müssen, als er seine Amtszeit auf seine Art einläutete, nämlich mit einer «Madama Butterfly»-Produktion des Filmregisseurs und Oscar-Preisträgers Anthony Minghella und dessen erstem Vorstoß ins Operngenre. Ganz neu war diese «Butterfly» freilich nicht – bereits im November 2005 wurde sie an der English National Opera in London aus der Taufe gehoben. Das Resultat lässt viele hoffen, diese Arbeit im Dienst der lyrischen Muse möge nicht Minghellas letzte gewesen sein.
Für die Met neugebaut und teilweise überarbeitet, sorgte Minghellas «Butterfly» bei der öffentlichen Generalprobe (die bei freiem Eintritt im Rahmen des ersten «open house»-Projekts in der Geschichte der Met stattfand) für eine Sensation. Nicht anders bei der Premiere: Bei beiden Aufführugen folgte das Publikum dem Geschehen hochkonzentriert ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Herr Richter, wenn Sie die zurückliegenden zehn Jahre als Intendant der Deutschen Oper am Rhein Revue passieren lassen – was fällt Ihnen spontan zu den Stichworten «größtes Glück» und «größtes Ärgernis» ein?
Das größte Glück für mich war, dass es mir gelungen ist, wieder ein großartiges Ensemble aufzubauen. Das bedeutet heute etwas völlig anderes als zu der viel...
Alberto Zedda, der immer noch ansteckend vitale Künstlerische Direktor des Rossini-Festivals, kann sich glücklich schätzen, in seiner Talentschmiede jedes Jahr begabten Belcanto-Nachwuchs hervorzubringen. Den Spitzenplatz ersang sich in diesem Jahr der blutjunge Tenor Francesco Meli. Seine Stimme steht der von Juan Diego Flórez an Koloraturengeläufigkeit in...
Das Bild ist von provozierender Eindringlichkeit: Ganz am Ende von Mozarts «Idomeneo», während eine festliche Ballettmusik eigentlich das unglückliche Ende dieser Oper feiert und das Publikum normalerweise schon nach seinen Garderobenmarken kramt, lässt Hans Neuenfels in seiner Berliner Inszenierung den Titelhelden noch einmal auf die Bühne der Deutschen Oper...
