Macht des Schicksals?
–– I ––––
Am 3. März 2009 stürzte das Historische Archiv der Stadt Köln ein. Eine vermeidbare Katastrophe, die zwei Menschen das Leben, den Oberbürgermeister (indirekt) das Amt und die Stadt unersetzliche Zeugnisse ihres kulturellen Gedächtnisses kostete. Die Ursache des Desasters war schnell ermittelt: Pfusch am umstrittenen U-Bahn-Bau – einem Prestigeprojekt, das gegen viele Bedenken und trotz explodierender Kosten vorangetrieben wird.
Als die Dokumente aus zweitausend Jahren in die Tiefe gerauscht und unter Schutt und Schlamm begraben waren, herrschte allgemeine Ratlosigkeit.
Wieder einmal musste das Schicksal als Sündenbock herhalten. Dabei hatte es schon vor dem Einsturz konkrete Hinweise auf technischen Schlendrian im U-Bahn-Tunnel gegeben. Als sich ein kompletter Kirchturm neigte, nahmen die Kölner das humoristisch, bemühten bald Vergleiche mit Pisa und freuten sich schon über die neue Touristenattraktion. Man redete sich die Lage lieber schön, statt der Sache, im Wortsinn, auf den Grund zu gehen. Was in dem unterhalb der Kirche verlaufenden U-Bahn-Schacht womöglich falsch gelaufen war, wollte man so genau nicht wissen, man prüfte hier und flickte dort. Bis zum großen ...
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Opernwelt Jahrbuch 2012
Rubrik: Opernhaus und Ärgernis 2012, Seite 26
von Christoph Vratz, Albrecht Thiemann
Als Verdi nach der römischen Erstaufführung des «Falstaff» im April 1893 auf einem Bankett geehrt wurde, soll der Achtzigjährige mit kaum überhörbarem Understatement den Ehrentitel eines «musicista», eines «Komponisten», zurückgewiesen und sich bescheiden als «uomo di teatro», als «Mann des Theaters», bezeichnet haben. Diese Äußerung gehört zu den Strategien seiner...
1. Uraufführung 2. Wiederentdeckung 3. Aufführung 4. Inszenierung/Regisseur
5. Bühnenbild/Ausstattung 6. Kostüme 7. Dirigent(in) 8. Sänger/innen
9. Nachwuchskünstler/innen 10. Opernhaus 11. Orchester 12. Chor
13. Ärgerlichste Opernerfahrung 14. Musik-/Opernbuch
15. CD-/LD-/Vide /DVD-Veröffentlichung
John Allison
London
Opera, Sunday Telegraph
1. Huang Ruos «Dr Sun...
Am Ende löst sich alles in jubelnde Freude auf: «Ach, keiner kann erahnen, / wie glücklich ich bin», singt Amina auf eine hinreißend schwungvolle Melodie zu pulsierender Orchesterbegleitung, die anderen stimmen ein – Aminas Ziehmutter Teresa, ihr Verlobter Elvino, der Conte Rodolfo und der Bauer Alessio sowie der Chor der Landleute. Das Finale von Vincenzo Bellinis...
