Lebendiges Museum

Wiesbaden, d’Albert: Tiefland

Opernwelt - Logo

Als Manfred Beilharz in den siebziger Jahren seine Intendantenlaufbahn in Tübingen begann, bäumte sich d’Alberts nach 1945 schon tot geglaubte «Tiefland»-Oper gerade noch einmal auf. Das Hessische Staatstheater Wiesbaden zeigte damals eine Produktion mit Hermin Esser und Liane Synek in den Hauptpartien. Heute ist Beilharz Intendant in Wiesbaden – und klopft das einstmals so überaus beliebte Werk zur Eröffnung der Internationalen Maifestspiele auf seine aktuelle Bühnentauglichkeit ab.


Wie in seinen letzten Opern­arbeiten («Wozzeck», «Lady Macbeth von Mzensk») zeigt sich Manfred Beilharz als umsichtiger Verwalter, der eine Geschichte erzählen will. Und wählt dabei für die vielen Zuschauer, die «Tiefland» noch nie gesehen haben, einen sehr fairen Weg. Anselm Weber hatte unlängst in Frankfurt den Transfer in eine ungefähre Gegenwart gewagt –doch die recht einfach gestrickte Kapitalismuskritik funktionierte nicht reibungsfrei. In Wiesbaden darf der Hirte Pedro wirklich ein unbedarfter Naturbursche sein, Großgrundbesitzer Sebastiano ist ein Fiesling aus dem Bilderbuch. Das alles geht ein biss­chen in Richtung Theatermuseum, bleibt aber meist lebendig. Wenn man so will: Beilharz glaubt ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juni 2007
Rubrik: Panorama, Seite 49
von Claus Ambrosius

Vergriffen
Weitere Beiträge
«Ich habe singen gelernt, um Schauspielerin zu werden.»

Frau Valayre, bevor Sie Sängerin geworden sind, haben Sie Anglo-Amerikanisitk studiert und an einer Dissertation über die amerikanische Filmkomödie gearbeitet. Haben Sie die fertiggestellt?
Ja, sicher. 250 Seiten! Über den Einfluss der amerikanischen Leinwandheldinnen auf die amerikanischen Frauen zwischen 1930 und 1955.

Also Schauspielerinnen wie Katharine Hepburn.
J...

Nicht singen!

Ein Blick genügt, das Drama zu schauen. Wo gewöhnlich Fauteuils sich befanden, teure Teppiche, kristallene Leuchter, schmucke Vasen und imposante Spiegel, da steht jetzt, im Deutschen Theater Berlin, vor geschlossenem rotem Vorhang, nicht mehr als ein braunlederner Dreiteiler auf einer Spielfläche von höchstens neun Quadratmetern. Nichts ist übrig geblieben vom...

Auf Höhenflug

Einen Exotenbonus bekommen sie heute nicht mehr. Anzahl, sängerische Qualität und Variationsbreite innerhalb des Stimmfachs der Countertenöre nehmen stetig zu. An fast jedem Stadttheater trat schon einmal ein Counter in einer tragenden Rolle auf. Vorbei sind die Zeiten, als ein «Falsettist», der die Aufnahmeprüfung an einer Hochschule mit Bravour bestand, nicht zum...