Learning by doing
Jeder Komponist fragt sich irgendwann einmal, für wen er eigentlich schreibt; die Antworten reichen dann von «für mich» über «für die Musiker» bis zu «für das Publikum», und wahrscheinlich sind sie alle richtig oder falsch. Das Entscheidende ist, dass ein Autor sich überhaupt aller Wechselbeziehungen seines Tuns bewusst ist – um sie dann ins Unterbewusstsein zu entsorgen, wenn er zum Akt des Komponierens gelangt. Da über Letzteres nur sehr schwer Auskunft zu geben ist, wird im Folgenden dargelegt, wie äußere Einflüsse zu einer Oper für «Kinder und Erwachsene» führten.
In dem Maß, in dem sich die Schulen dem Musikunterricht entziehen oder verweigern, ist auch das Interesse der Orchester, Opernhäuser und Komponisten an Werken für «Kinder» zwischen sieben und siebzehn gestiegen; wahrscheinlich nicht primär als künstlerisches Ziel, sondern als didaktische Aufgabe, was ja auch, zum Beispiel im Sinne Hanns Eislers, Kunst ist. Diese Aufgabe stellt sich der Erkenntnis, dass unsere europäische Kunstmusik eben doch einige Basiskenntnisse nötig hat, um in ihrem vergangenen und zukünftigen Reichtum verstanden, entziffert und begriffen zu werden, somit versuchen die Institutionen nichts ...
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Ein eitler Pultstar war er nie. Aber ein Könner ersten Ranges, der das Eisen mit expressiver Intensität schmiedete und neben dem beinahe kompletten klassischen und slawischen Repertoire Ur- und Erstaufführungen von Dessau, Berg, Schönberg, Udo Zimmermann und vielen anderen Zeitgenossen dirigierte, die der Dresdner Staatsoper in schwieriger Zeit bedeutungsvolle...
Ein trüber Novembernachmittag in Bayern, Volkstrauertag. Doch das bedeutet noch lange nicht, dass in den Wohnzimmern Friedhofsruhe herrscht. Für viele Kinder des Sendegebiets ist die Stunde von fünf bis sechs der Höhepunkt des Wochenendes – vor dem Radiogerät. Auf Bayern 4 Klassik meldet sich Julia Schölzel, Moderatorin der Sendung «Doremikro»: Ins Studio ist ein...
Den mehr als vierzig komischen Opern Domenico Cimarosas stehen sechzehn Opere serie entgegen. Davon war «Gli Orazi e i Curazi» seine viertletzte. Geschrieben für Venedig anno 1796 wurde sie zur Erfolgsoper – vornehmlich auf italienischen Bühnen – und als solche kontinuierlich verunstaltet. Bei jeder Neuproduktion wurde die Partitur den jeweiligen Erfordernissen...
