«Lass mir doch meinen Leichtsinn nur»

Lehár-Fieber am deutschen Stadttheater: «Eva» in Mainz, «Der Graf von Luxemburg» in Osnabrück

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Irgendwie sei die Story dann doch ein bisschen dünn, hat jemand handschriftlich im Gästebuch vermerkt, das im Foyer des Osnabrücker Theaters ausliegt. Aber die Aufführung, na ja, die reiße das Ganze schon raus. Das trifft den Kern des Problems – und zielt ebenso haarscharf an ihm vorbei. Operette und tiefschürfend? Man spielte «ein Werk der leichtgeschürzten Muse», heißt es in Thomas Manns «Felix Krull». Eine Haltung, die seither zur künstlerischen Disqualifikation der Gattung gereichte.

Zumal bei Franz Lehár, dessen Spätwerk, die sogenannte «tragische Operette», ob ihrer Hinwendung zur Oper von nahezu keinem selbsternannten Hüter des guten Geschmacks verschont blieb.

Doch derlei Kritik ging stets allzu leicht über die Musik hinweg oder stellte diese ebenso unter den Generalverdacht der Minderwertigkeit. Wer sagt, die Aufführung kaschiere Mängel des Librettos, der meint natürlich auch die Musik. Doch offensichtlich hat eine jüngere Generation von Dirigenten und Regisseuren begonnen, Karl Kraus und Adorno im Fall Lehár zu misstrauen. Es ist neues Interesse zu spüren, das selbst zum traditionell operettenintensiveren Jahresende an den deutschsprachigen Theatern lange nicht ...

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Opernwelt Januar 2012
Rubrik: Im Focus, Seite 20
von Alexander Dick

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