Krimi in Tönen und Bildern

Marc Albrecht und Christof Loy sprechen Erich Wolfgang Korngolds «Wunder der Heliane» vom Kitschverdacht frei

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Es gibt Opernaufführungen, bei denen alles stimmt: rollengerechte Besetzung (vokal, physiognomisch), die musikalische Einstudierung und Leitung, ein treffendes Bühnenbild sowie eine Regie, die das Werk in seiner Essenz aufschließt. So gelingt es, dass eine Inszenierung zum Retter einer problematischen Oper wie «Das Wunder der Heliane» von Erich Wolfgang Korngold wird. Ein Stück, das neben «Lulu», «Mahagonny» und «Moses und Aron» prototypisch für einen Höhe- und Endpunkt der Opernentwicklung in Deutschland steht. Es folgten finstere Jahre.

Das kitschverdächtige Libretto zu Korngolds Oper, die nach der Hamburger Uraufführung 1927 auch bald als unzeitgemäß galt, hat Christof Loy 2018 in Berlin auf ein musikalisch grandios befeuertes Kammer(-krimi-)spiel reduziert, das sofort nach der Premiere zum Gespräch der oft blasiert-ignorant reagierenden Hauptstadt wurde.

Spektakulären Anteil daran hatten Chor und Orchester der Deutschen Oper unter Marc Albrechts zwischen Nüchternheit und Rausch fein sortierender Leitung. Bis zum Ende der Serie war das Haus rappelvoll, das Publikum enthusiasmiert. «Musiktheater als postdramatischer Selbsterfahrungstrip, als endlose, zeitfreie Performance, als ...

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Opernwelt September/Oktober 2019
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 50
von Götz Thieme

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