Konfetti tut nicht weh
Im November war ich mit der Schule in der Oper und habe mir «Schneewittchen und die 77 Zwerge» angeschaut. Da sind manche Sachen anders als in dem bekannten Märchen: Es gibt nicht 7, sondern 77 Zwerge, die vom Kinderchor der Komischen Oper gespielt werden. Sie haben Kapuzenpullover mit Zipfeln an, einige können sogar auf Händen laufen oder ein Rad schlagen. Schneewittchen ist abenteuerlustig, kann Karate und hat einen Hasen zum Freund, den sie vor dem Koch im Schloss gerettet hat.
Der Jäger, der sie erschießen soll, ist viel zu lieb: Aus seinem Gewehr kommt mit lautem Knall nur Konfetti! Weil die Königin so schön sein will, zieht sie sich sehr oft um. Sie hat Dienerinnen, die ihr Luft zufächern und sie tragen. Am Ende kommt ein langhaariger Prinz an einem Seil auf die Bühne gesprungen und sieht Schneewittchen in ihrem mit Blumen bemalten Sarg. Als er dagegenstolpert, fällt ihr das vergiftete Stück Apfel aus dem Mund. Zum Schluss feiern sie Hochzeit und gründen den «Zirkus Wundersam» – und die Königin muss ins Gefängnis, fette Sahnetorten essen. Das findet sie richtig schlimm, sie will ja dünn bleiben!
In dieser Oper wird nicht nur gesungen, sondern zwischendurch auch gesprochen. Das ...
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Opernwelt Januar 2016
Rubrik: Magazin, Seite 74
von Jolanda Baars
La Scala
Am 7. Dezember, dem Namenstag des Stadtpatrons Sant’Ambrogio, eröffnet die Mailänder Scala traditionsgemäß ihre neue Saison. Diesmal wird mit der französischen Nationalheiligen gefeiert –«Giovanna d’Arco», im Klanggewand Verdis. Riccardo Chailly, der neue Musikdirektor, dirigiert.
Franz welser-Möst
Er musste manchen Rückschlag einstecken, kann aber auch...
Anhänger des Steampunk sind Romantiker. Sie verehren die Technikvisionen des 19. Jahrhunderts, kleiden sich verspielt viktorianisch und lieben die Seelenabgründe düsterer Schauergeschichten. Die Band Coppelius hat nicht nur ihren Namen von E. T. A. Hoffmann entliehen, die Musiker spielen Klarinetten, Cello, Kontrabass – und natürlich Schlagzeug, der knallharte Beat...
Was eine Hypothese ist, hat wohl selten einer so schlüssig definiert wie Heinz Meier als Hoppenstedt in einem Sketch Loriots. «Hier wäre die Mitte gewesen ... wäre!», giftet er, nachdem ihm sein Duz-Feind Pröhl zwei Drittel des Kosakenzipfels weggegessen hat. Das hypothetische «Was wäre, wenn» ist ja auch das Um und Auf der Kunst – ja, es scheint, pauschal...
