Klein gemacht
Es gab Zeiten, in denen sich Prag rühmen konnte, eines der internationalen Zentren für die Pflege der Musik Richard Wagners zu sein. Längst ist das nicht mehr der Fall, die letzte bemerkenswerte Produktion, ein «Tristan» am Nationaltheater, liegt etliche Jahre zurück. Und an der Staatsoper, dem zwischen Hauptbahnhof und Wenzelsplatz gelegenen ehemaligen Neuen Deutschen Theater, kann man heute zwar viel italienischen Belcanto, gelegentlich auch originelle Ausgrabungen unbekannter Werke, doch nur höchst selten eines der großen Musiktheaterwerke Wagners oder gar des 20.
Jahrhunderts erleben. Hauptgrund ist vermutlich die missliche finanzielle Lage des Hauses. Sie führte schon zu Spekulationen über eine Fusionierung mit den beiden anderen Opernhäusern.
Vor 120 Jahren war das heutige Gebäude der Staatsoper eröffnet worden, zum Jubiläum hat man sich nun mit dem «Fliegenden Holländer» etwas Besonderes leisten können. Die Einbindung in das Festival «Prager Frühling» dürfte es ermöglicht haben, dass man wenigstens für die ersten Vorstellungen einzelne internationale Gäste hinzuziehen konnte, ohne die ein solches Stück an diesem Hause undenkbar wäre. Mit der tunesischen Sopranistin Maida ...
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Die Überraschung kommt aus dem Orchestergraben: So transparent und dialogfreudig geht das Orchester der Royal Opera in London seinen neuen «Figaro» an, dass man glatt auf John Eliot Gardiner oder Roger Norrington am Pult tippen könnte. Tatsächlich aber ist es Covent-Garden-Chef Antonio Pappano, der hier den Ton angibt – und damit zeigt, dass er seine Lektion in...
Mit «Bel Canto Spectacular» setzt Juan Diego Flórez die Reihe seiner Belcanto-Recitals «Una furtiva lagrima» (2002) und «Arias for Rubini» (2007) fort. Einige Stücke hatte man auf den Vorgänger-Veröffentlichungen schon gehört bzw. sie sind inzwischen im Rahmen von Gesamtaufnahmen erschienen. Besonders faszinierend ist es, die «Lagrima» von 2002 und 2008...
Es ist noch nicht lange her, da galt das Heimatland einer Montserrat Caballé, eines Alfredo Kraus und José Carreras vor allem als Belcanto-Hochburg. Wie unzutreffend dieses Klischee und wie sehr Spaniens Opernszene inzwischen in Bewegung ist, beweisen nicht zuletzt die führenden Häuser in Madrid, Barcelona und Valencia. Mit ihren jüngsten Premieren spannen sie...
