Kitsch, Keifen, Keikobad
Unter allen Opern, die Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal in Angriff genommen haben, ist «Die Frau ohne Schatten» die ehrgeizigste: Es ging um nicht weniger als den aus der Zeitpsyche zu begreifenden Ehrgeiz, mit der Übergipfelung der «Zauberflöte» existenzielle Fragen (Menschwerdung, soziale Verantwortung und Sorge um die Nachkommen) in einem hochstilisierten Kunstmärchen zu beantworten. Das Werk stellt mit der Kontrastierung eines «Elektra»-Orchesters und eines Kammerensembles ebenso wie bei der Besetzung der Hauptpartien höchste Ansprüche.
Die Sänger der Uraufführung (immerhin Maria Jeritza und Karl Aagaard Oestvig, Richard Mayr und Lotte Lehmann sowie Lucie Weidt) taten sich so schwer, dass mehrere Aufführungen abgesagt werden mussten.
Es waren Ausnahmesänger wie Leonie Rysanek als Kaiserin, Christa Ludwig und Birgit Nilsson als Färberin, Jess Thomas/James King als Kaiser und Walter Berry als Barak, die dem Stück ab 1955 eine Verankerung im Repertoire sicherten: bei der Wiedereröffnung der Wiener Staatsoper (1955), der Bayerischen Staatsoper (1963), beim Abschied Herbert von Karajans aus Wien (1964) und bei der Eröffnung der Metropolitan Opera im Lincoln Center ...
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Athens Megaron ist nicht irgendein Ort, um «Elektra» zu spielen. Das historische Mykene liegt nur eineinhalb Autostunden entfernt. Wenn die Mythe nicht lügt (was sie laut Ernst Bloch gern tut), dann kann man sich dort das Badezimmer vorstellen, in dem Agamemnons Schädel gespalten wurde – von seiner Frau. Hügelabwärts liegen die Tholosgräber der Atridensippschaft....
Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blüh’n. Nicht nur als Sprachübung ist Iberien seit Langem auf der Musiktheaterbühne präsent, sondern in vielen anderen Facetten, als Schauplatz zahlloser Opernhandlungen von «Carmen» bis zu Udo Zimmermanns «Die wundersame Schustersfrau», durch zahlreiche renommierte Sänger von de los Angeles, Alvarez (Carlos und Marcelo),...
Die erste Schallplatte eines vollständigen Bühnenwerkes galt 1907 der «Fledermaus», sicher mehr die Verbeugung vor einem einzelnen Meisterwerk als vor der Gattung Operette. Der aufstrebende Hörfunk pflegte das Genre dann aber sehr. Vieles, was alte Kataloge der Reichsrundfunkgesellschaft verzeichnen, dürfte es nicht mehr geben, doch kamen immerhin eine «Fledermaus»...
