Kitsch as Kitsch can
«Adriana Lecouvreur» wurde 1902 in Mailand uraufgeführt, bevor sie zwei Jahre später in einer ersten Produktion an der Royal Opera Covent Garden zu erleben war. Die letzte dortige Aufführung vor David McVicars aktueller Neuproduktion datiert, man höre und staune, in das Jahr 1906 zurück. Überhaupt war «Adriana Lecouvreur», abgesehen von gelegentlichen Gastspielen und einer Handvoll konzertanter Aufführungen, auf britischen Bühnen selten zu sehen. Kein Haus wollte die Oper auf den Spielplan setzen.
Einzige Ausnahme: die Holland Park Opera, die sich auf Puccini und dessen Zeitgenossen spezialisiert hat und Cileas Drama um eine berühmte Heroine der Comédie Française zum hundertsten Geburtstag des Werks im Jahr 2002 präsentierte.
Dabei hat «Adriana Lecouvreur» durchaus ihre Meriten, selbst wenn Cilea wohl keinen Anspruch auf Puccinis technische Meisterschaft oder dessen Fähigkeit zur optimalen dramaturgischen Strukturierung jedes einzelnen Aktes erheben kann. Im Grunde bildet Cileas Oper das Pendant zu einem Hollywood B-Movie: Sie birgt eine Reihe von packenden Szenen und bietet einfallsreichen Künstlern ausgiebig Gelegenheit zu denkwürdigen Auftritten.
David McVicar ist klug genug, gar ...
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Opernwelt Januar 2011
Rubrik: Panorama, Seite 43
von George Hall
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