Kinokinetik im Land der Mangas
Steht man vor den großen Opern und Kunstmuseen in Europa oder Amerika, ist die Assoziation Tempel, Palast, Festung fast unvermeidlich. Schier uneinnehmbar scheinen sie, Treppen führen hinauf zur hohen Kunst: «Meisterwerke» wie Gehäuse für die Ewigkeit bestimmt, das schlechthin Museale als «Einschüchterung durch Klassizität» (Bertolt Brecht). Doch alles bleibt nicht beim Alten: Selbst die ehrwürdigsten Gemäldegalerien reorganisieren ihre scheinbar ein für allemal fest sortierten Bestände.
Und ausgerechnet die Oper, bürgerliches Repräsentationsgenre par excellence, stand als radikalste multimediale Innovation des Barock stets für Paradigmenwechsel aller Art: ästhetisch, politisch, sozial, technisch – elitär und populär zugleich. Als synthetisches «Gesamtkunstwerk» ist sie allenfalls mit dem Kino vergleichbar – inklusive wechselseitiger Grenzüberschreitungen: Zur Oper gehört der Film wie dieser zu jener, kulturhistorisch wie kunstaktuell.
Und kaum eine Oper gibt, aller Eingängigkeit zum Trotz, so viele Rätsel auf wie «Die Zauberflöte», changierend zwischen Esoterik und Vorstadtposse. Natürlich werfen auch der Zweifler Hamlet und das «Lächeln der Mona Lisa» Fragen auf, die kaum je ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Juli 2018
Rubrik: Reportage, Seite 52
von Gerhard R. Koch
Frau Carp, gibt es so etwas wie einen Leitgedanken, der die von Ihnen konzipierten Programme der Ruhrtriennale trägt?
Ja. Ich habe ihn «Zwischenzeit» genannt. Das ist kein Motto, sondern ein offener Begriff, der die Umbrüche, Unsicherheiten und starken gesellschaftlichen Veränderungen beschreibt, die auf uns zukommen und die wir teilweise schon erleben. Aber er...
Der Vorhang fließt zur Seite, und was hören wir? Musik jedenfalls nicht. Nur ein hässliches, elektronisch verstärktes Schaben, verursacht von einem Greis, der im schwarzen Lederanzug an gedeckter Miniaturtafel sitzt und mit höchster Mühe seinen Stuhl zurechtrückt. Verwundern darf diese Quälerei nicht, schließlich ist Hieronymus Makropulos biblische 375 Jahre alt....
ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B = Bühnenbild
K = Kostüme
C = Chor
S = Solisten
P = Premiere
UA = Uraufführung
WA = Wiederaufnahme
Deutschland
Aachen
Theater Aachen
Tel. 0241/478 42 44
theaterkasse@mail.aachen.de
www.theateraachen.de
– Don Giovanni: 4., 7.
– Maria Stuarda (halbszenisch): 11., 15.
– Das schlaue Füchslein: 6., 8., 12.
Altenburg
siehe Gera
Annaberg-B...
