Keine Lust zu sterben

Die Folkoperan Stockholm zeigt Wagners «Fliegenden Holländer» mit drei Klavieren, ein bisschen Live-Elektronik und einer emanzipierten Senta

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Spartanische Holzpaletten, ein verendeter Schwan mit ölverklebtem Gefieder. Videoprojektionsflächen, darauf als blau-weißes Aquarell der Himmel über dem Meer, wie Emil Nolde ihn gemalt haben könnte. Ein Scheinwerfer lässt warnend seinen Strahl durch den Saal kreisen und weist sich so als Leuchtturm aus. Damit ist die Hafenatmosphäre hinreichend skizziert, es kann losgehen mit Wagners «Fliegendem Holländer», arrangiert für drei Klaviere und Live-Elektronik – eine der drei Produktionen der Stockholmer Volksoper in dieser Saison.



Drei muntere Burschen in Filzhüten, namentlich Henrik Löwenmark, Johan Ullén und Bo Wannefors, kommen hereingesprungen und nehmen die Flügel in Beschlag, für die die U-förmige Bühne Platz gelassen hat. Setzen sich, greifen in die Tasten – und spielen die Partitur von vorne bis hinten durch, einzig die paar Seiten Intro zum zweiten Aufzug überspringend (Wannefors lässt, wo nötig, die Tasten los, zum Dirigieren). Cecilia Josefsson am Mischpult hält sich vornehm zurück, nur sporadisch verschiebt sie einen Regler. Dann erklingt atmosphärisches Donnergrollen. Oder ein, zwei geheimnisvolle Pfeiftöne. Und Senta darf in der Ouvertüre das Erlösungsmotiv mitsummen – ...

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Opernwelt April 2013
Rubrik: Magazin, Seite 77
von Wiebke Roloff

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