Kampf gegen den Absturz
Das Theater Hagen gehört zu den am stärksten abwicklungsbedrohten Kulturinstitutionen in den alten Bundesländern. Das ist nichts Neues für das 1911 eröffnete Haus: Seit Jahrzehnten sieht es sich Fusionsversuchen und finanziellen Kürzungen ausgesetzt. Schon der bis 2017 amtierende Intendant Norbert Hilchenbach hatte angesichts der klammen Kassen der Kommune städtische Sparvorgaben hinzunehmen. Sein Nachfolger Francis Hüsers sitzt erst recht auf einem Schleuderstuhl.
Seit 2018 greift ein Ratsbeschluss, der den jährlichen Zuschuss zum Gesamtetat (18 Millionen Euro) über einen Zeitraum von fünf Jahren um 1,5 Millionen auf 14,1 Millionen Euro verringert, wobei Tarifsteigerungen ausgeglichen werden sollen. Zwar wird das Land Nordrhein-Westfalen die Theater- und Orchesterförderung bis 2022 um 30 Millionen Euro erhöhen – Hagen profitiert davon mit einem Extrazuschuss von bis zu 719 000 Euro pro Jahr –, aber die Stadt erwägt bereits, ihren Anteil entsprechend zu kürzen.
Hüsers, bis 2015 Operndirektor und stellvertretender Intendant der Hamburger Staatsoper, ist weder smarter Manager noch Strahlemann, also ein Typus, der sich bei Kulturpolitikern großer Beliebtheit erfreut, sondern ein ...
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Opernwelt Juli 2018
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Uwe Schweikert
Über die gleißende Marmorfläche vor dem Königlichen Opernhaus Maskat zieht eine Poliermaschine träge Kreise; in der Mall, die dem Theater einen Teil seines Budgets generiert, langweilen sich die Verkäufer. Trüb dümpelt die Sonne im Dunst aus Meeresdampf und Wüstenstaub. Wer seine Sinne beisammen hat, beschränkt tagsüber seine Wege auf Arbeit und Moschee.
Am...
«I am the king», sagt der König. Und noch einmal. Und während er das sagt, lässt er vor dem gesamten Hofstaat schwungvoll seine Hosen auf die Knöchel gleiten – Staatsaffären zur Morgentoilette. Das Publikum kichert. Aber den melancholisch verweilenden Sekundreibungen ist anzuhören: Mit einem König, der sich seines Königseins derart nachdrücklich versichern muss,...
Mit breiter Brust steht er da, überblickt den Marktplatz: der Bronze-Händel. In Halle nennt man ihn den größten Sohn der Stadt. Und feiert ihn seit 1922 mit den Festspielen. Ministerpräsident Reiner Haseloff schwärmt stolz von diesem Sohn, dessen Ausstrahlung in die Welt, schwärmt von der Kulturstadt Halle. Während seiner Eröffnungsrede steht er auf der Bühne des...
