Kammerspiel und Broadway Show
Als rätselhafter Solitär steht Bizets «Carmen» in der Operngeschichte, irgendwo zwischen Wagner und der Italianità des ausgehenden Belcanto und aufkommenden Verismo. Der Komponist, auch mit seiner jugendlichen C-Dur-Sinfonie (einer verfrühten «Symphonie classique») ein aus der Zeit Gefallener, ließ sich nicht wie seine Landsmänner Chausson und (zeitweilig) Debussy von der Bayreuther Magie verführen.
Er kreuzte vielmehr ein hoch pathetisches, erzromantisches amour fou-Sujet mit Ingredienzen der Opéra-comique – und entsprach damit auch der Gelegenheit, sein Werk 1875 an dem für dieses Genre bestimmten Pariser Haus (und nicht an der Grand Opéra) uraufführen zu können. Freilich fiel er damit sogleich halbwegs auf die Nase, musste mitansehen (er starb darüber), dass seine «Carmen» von Ernest Guiraud mit hinzukomponierten Rezitativen «verbessert» wurde. War das Etikett Opéra-comique bloß ein Missverständnis? Ein Jahrhundert des (auch den Guiraud-Rezitativen zu verdankenden) Welterfolgs nährte diese Auffassung. Doch seit Walter Felsenstein hat sich allmählich die philologische Bemühung um eine «authentische» Version durchgesetzt. Dass schon Felsenstein mit seiner Marschstiefelästhetik ...
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Opernwelt Juli 2016
Rubrik: Im Focus, Seite 6
von Hans-Klaus Jungheinrich
Herr Ruhe, an vielen Häusern ist das Opernstudio eher ein Pool für Billigkräfte oder pädagogisches Beiwerk. Ihr Büro befindet sich auf einer Etage mit Intendanz, Dramaturgie und Künstlerischem Betriebsbüro. Ist der Sänger-Nachwuchs hier Chefsache?
Wir stehen tatsächlich im Zentrum des Hauses. Dafür kämpfe ich. Das KBB ist eng in die Ausbildung involviert und kommt...
Zwei frühe Tondokumente des Dirigenten Carlo Maria Giulini, die auf dem deutschen Markt weitgehend ignoriert wurden, hat Günter Hänssler jetzt in seiner Profil-Edition neu aufgelegt. Sie bereichern die Diskografie dieses Musikers, auch in Hinblick auf sein Repertoire, in dem er später andere Schwerpunkte setzte.
«Iphigénie en Tauride», 1952 nach einer...
Chris, du führst Liz jetzt rüber zu dem Tisch da. Die andern halten sie fest, du reißt ihr das Höschen runter, und dann legt Andrew los.»
«Ähm, was für ein Höschen hat sie denn?», frage ich. «Doch nicht so ein steifes Ding oder Strapsen-Salat?»
«Sie trägt zwei Paar. Eins für dich zum Ausziehen, und noch eins drunter, na, für sich halt. Wirst sehen, das flutscht.»
«Gu...
