Jetzt erst recht!
Als vor eineinhalb Jahren Giampaolo Vianello, Intendant des Teatro La Fenice, und Bürgermeister Massimo Cacciari mit düsteren Mienen vor den grünen Samtvorhang des Fenice traten, um gegen die schmerzhaften Mittelkürzungen für Italiens Opernhäuser durch die Berlusconi-Regierung zu protestieren, waren aus einer der Logen despektierliche Zwischenrufe zu vernehmen: «Geht lieber an die Arbeit, anstatt hier Standpauken zu halten!». Zum Glück blieben derlei Sekundanten des Berlusconi-Regimes eine Minderheit.
Der größte Teil der Abonnenten, deren Zahl seit der Wiedereröffnung des Theaters um mehr als die Hälfte gestiegen ist, bekundete volle Solidarität. Die von Rom verfügten Sparmaßnahmen hatten ein Loch von vier Millionen Euro ins Budget des Fenice gerissen. Vianello sah sich deshalb unter anderem gezwungen, die mit Spannung erwartete Ausgrabung von Giacomo Meyerbeers letzter Kastratenoper, «Il crociato in Egitto», vom Spielplan abzusetzen. Dem Regisseur Pier Luigi Pizzi sowie hochrangigen Solisten, etwa Patrizia Ciofi, musste kurzfristig abgesagt werden. Die Premiere der Produktion verschob man auf den ersten Tag der diesjährigen Saison, welche – wiederum aus Kostengründen – nicht schon ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Ein großer Tag, ein Ehrentag für Generalintendant Klaus Pierwoß: In seiner letzten Spielzeit wurde ihm der neu geschaffene Preis der Deutschen Theaterverlage überreicht, und was Winfried Jacobs, der Vorsitzende der Jury, dazu an Begründungen in seiner Laudatio ausführte, zeigte eindrucksvoll den Rang, den das Bremer Musiktheater dank Pierwoß während der letzten...
Die Stärken der Aufführung liegen auf musikalischer Seite. Man spielt im Wesentlichen die Fassung von 1872 plus Basilius-Kathedralen-Bild von 1869 in deutscher Übersetzung von Max Hube. GMD Golo Berg gelingt es in einer klangsuggestiven, straffen, gleichwohl poetischen Lesart, den Balanceakt zwischen Archaik und Moderne hörbar zu machen, der Mussorgskys «Boris...
Der Big Apple liebt den Superlativ. Wer sich und seine Sache nicht in den höchsten Tönen anpreist, steht hier schnell im Abseits. Das Größte, das Glanzvollste, das Berühmteste muss es schon sein, wenn man die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit erregen will. Auf dem Marktplatz New York zählt nun mal vor allem der grelle Pinselstrich, das blendende...
