Jetzt erst recht
Immer wieder haben in den letzten Jahren die Theater in den neuen Bundesländern für Schlagzeilen gesorgt. Besonders in Thüringen und in Sachsen grassiert die Angst vor dem Theatertod – Fusionen, Spartenschließungen, Einsparungsdebatten und Subventionskürzungen sind Stichworte, die auch in den Spalten dieser Zeitschrift mit großer Regelmäßigkeit auftauchen.
Dass die der Finanznot der Städte und Länder geschuldeten Strukturveränderungen nicht nur mittelfristig, sondern auch langfristig zu weiteren schmerzhaften Kürzungen führen könnten, darauf hat jüngst der Erfurter Intendant Guy Montavon aus Anlass seiner Vertragsverlängerung bis zum Jahr 2017 hingewiesen: sich nämlich jetzt schon Gedanken darüber zu machen, was passiert, wenn 2019 der Solidarpakt II und mit ihm die Förderung der neuen Bundesländer aus Steuermitteln ausläuft.
Dabei steht der gebürtige Genfer Montavon, der seit 2002 die Oper Erfurt leitet, noch günstig da. Mit seinem Haus im 2003 eröffneten Neubau, einer der modernsten Spielstätten in Europa, wäre er gern in der Bundesliga der Theater vertreten. Gediegenheit und Fortune attestiert ihm selbst die lokale Presse. Er hat beachtliche Erfolge vorzuweisen – nicht zuletzt ...
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Opernwelt März 2011
Rubrik: Im Focus, Seite 18
von Uwe Schweikert
Mit Simon Halsey zu sprechen, kann ein Vergnügen sein. «Oh, Sie sind von der ‹Opernwelt›!» Der Besucher hat noch nicht mal seine Jacke abgelegt, da fängt der Leiter des Rundfunkchors Berlin schon von alleine an zu erzählen: Wie Oper ihn seit seinen Anfängen begleitet hat, wie er schon als blutjunges Mitglied im Chor des King's College von Cambridge in Purcells...
Mit großem Interesse habe ich im Programmheft zu dieser «Antigona» gelesen, dass nicht Gluck, sondern Tommaso Traetta der eigentliche Reformator der italienischen Barockoper war, und dass ohne seine Pionierleistung Mozart nie einen «Idomeneo» hätte schreiben können. Die Bekanntschaft mit dem Werk selbst hat mich dann allerdings etwas ratlos zurückgelassen, denn je...
Ein paar Tage vor dem Probenbeginn in München war sie spazieren. Unweit von Zürich, in der Nähe ihres Hauses, wo sie noch einmal den Kopf freibekommen wollte für die nächsten Wochen. Da durchfuhr sie ein merkwürdiges, ein überraschendes Gefühl: «Was ist denn das?», habe sie sich gedacht. «Auf einmal freue ich mich richtig auf die ‹Traviata›.» Und irgendwie, so...
