Intervention des Gegenwärtigen
Festspiele sollen etwas Einmaliges, Außergewöhnliches, Nicht-Alltägliches sein. Ist dies in einer von den Medien beherrschten Zeit überhaupt noch möglich?
In Wien entsteht jedes Jahr ein im Kleid von Festwochen sich darstellendes Konstrukt aus Veranstaltungen – Theater, Oper, Konzert, Performance, Bildende Kunst –, die einem bestimmten Gedanken folgen. Wenn Sie so wollen, springen wir auf einen Zug auf, der hier ohnehin übervoll ist.
Doch auch ohne zwanghaft nach Originalität zu suchen: Es ist immer möglich, Dinge zu erfinden und in einen sinnvollen Spannungszustand zu bringen zu dem, was sonst noch passiert.
Was ist anders als in Salzburg?
In Salzburg, Luzern, Aix oder Glyndebourne findet sich in der Dialektik aus Intimität und zeitlich begrenzter Weltoffenheit ein Publikum zusammen, und es entsteht quasi eine Gemeinschaft. Die Wiener Festwochen sind das Festival einer Metropole mit durchaus unterschiedlichen Publika. Ihre Parameter und die der Salzburger Festspiele unterscheiden sich sehr. Siebzig Prozent der Aufführungen in Wien bilden Events aus anderen Teilen der Welt, die man hier in einen bestimmten Kontext setzt. Eigenproduktionen machen etwa dreißig Prozent aus, bei den ...
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Opernwelt Mai 2014
Rubrik: Magazin, Seite 82
von Gerhard Persché
Její pastorkyňa, «Ihre Ziehtochter», hieß das Stück bei Gabriela Preissová, und auch Leos Janácek nannte seine danach gefertigte Oper erst mal so. Was die Verhältnisse zurechtrückt. Denn «sie», die bigotte Küsterin Burya, Mörderin des unehelichen Kindes ihrer Ziehtocher Jenufa, ist die eigentliche Hauptfigur des Dramas. Und Iris Vermillion macht sie denn auch zum...
Mit seinen Opern hatte Antonín Dvorák, mit Ausnahme von «Rusalka», außerhalb Böhmens wenig Glück. Der 1875 komponierten «Vanda» war selbst in seiner Heimat kein Erfolg beschieden: Der Fünfakter im Stil der französischen Grand opéra fiel bei der Prager Premiere durch und ist heute gründlich vergessen. Zu Unrecht, wie jetzt die Osnabrücker Aufführung bewies. Gewiss...
Die Uraufführung der Volksoper «Die vier Grobiane» 1906 in München katapultierte den Deutsch-Italiener Ermanno Wolf-Ferrari (1876-1948) in die Herzen des wilhelminischen Opernpublikums; in der Gunst der Kritiker rangierte sie gleichauf mit Werken von Richard Strauss. Drei Jahrzehnte später bescherte die (unerwiderte) Verehrung seitens der Herren Goebbels,...
