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Opernwelt Dezember 2006
Rubrik: Service, Seite 30
von

Vergriffen
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Sein und Schein

In der Avenue Montaigne ist die Welt noch in Ordnung. Fünf-Sterne-Hotels, Nobelkarossen, Edel­boutiquen von Chanel bis Louis Vuitton – ein Boulevard des Luxus und der Moden. Die Tristesse der Banlieues ist weit weg, das süße Leben zum Greifen nahe. Bei Valentino, gleich neben dem Bühneneingang des Théâtre des Champs-Élysées, kostet die Abendrobe für die...

Das Zypern-Dreieck

«Otello» ist ein gigantisches Decrescendo, der physische und psychische Verfall eines strahlenden Helden. Ein Abgesang in vier Akten. Verdi hat eine soghafte Privattragödie komponiert, die formale Dekonstruktion ­einer Heldenfassade, die Vera Nemirova in Dresden nun mit dem Aufbau der Fassaden einer Spaßgesellschaft konterkariert.
Am Anfang steht der Sturm. Zum...

Last but not least

Noch bis in den Oktober hinein schmückten Brecht-Aphorismen das Foyer des Berliner Admiralspalastes – im königsblauen Layout der Deutschen Bank, die dort Brandauer-Campinos «Dreigroschenoper» sponsorte. Man mag da an Karl Kraus’ Ausspruch denken, dass ein Dichter vor nichts größere Angst haben müsse als davor, dass seine Stücke zu Klassikern erhoben würden. Doch...