In fernen Welten
Virtuelle Realität suggeriere «maximale Einfühlung durch maximale Abschottung», war unlängst über ein neues Geschäftsmodell des Silicon Valley zu lesen. Dirk Schmedings Inszenierung von Strawinskys früher Kurzoper «Die Nachtigall» (Soloviej) kommt stellenweise wie eine Umsetzung dieser Einsicht daher. Da ist die künstliche Nachtigall, die in Stepan Mitussows Libretto dem chinesischen Kaiser als japanisches Geschenk überbracht wird, ein Sortiment schnieker VR-Brillen für Chef und Mitarbeiter einer High-Tech-Firma.
Während alle dem angesagten Trend folgen, sieht niemand mehr, dass die echte Nachtigall in Wirklichkeit längst verschwunden ist.
Am Theater St. Gallen folgt Strawinskys «Nachtigall» auf Nikolai Rimsky-Korsakows Einakter «Der unsterbliche Kaschtschei». Beide Märchenopern entstanden zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Ihre Koppelung erscheint auch plausibel, weil Rimsky-Korsakow in seinen letzten Lebensjahren Strawinskys Lehrer war. «Kaschtschei» wurde 1902 in Moskau aus der Taufe gehoben. Das vom Komponisten selbst verfasste Libretto basiert auf einem russischen Volksmärchen. Strawinsky begann die «Nachtigall» 1908, vollendete das Werk nach stilistischer Neuorientierung aber ...
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Opernwelt März 2019
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Werner M. Grimmel
Traumpaar
Starbesetzungen sind an der Wiener Staatsoper fürwahr keine Seltenheit. Diese aber lässt besonders aufhorchen: Olga Peretyatko singt in der Neuproduktion von Donizettis dramma tragico in due parti «Lucia di Lammermoor» die Titelrolle, Juan Diego Flórez ist Edgardo. Evelino Pidò dirigiert, Laurent Pelly führt Regie. Wir sind dabei
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Seine...
Kaum sind die Lichter im Saal erloschen, platzen sie aus dem Nichts hervor: die Autohupen, die krass klingen, aber in Rede und Gegenrede ein artiges Ensemble bilden. Der fulminante Einstieg mitsamt seiner Fortsetzung, mit dem Röhren der tiefen Blechbläser und des Kontrafagotts, mit dem Auftritt des dauerbesoffenen Piet vom Fass (Alexander Kaimbacher) und mit der...
Zwei Nachteile hat die aktuelle Therapie. Die Spritze piekst, und das Gesicht friert (im besten Fall zum Dauerlächeln) ein. Mal abgesehen von der Schuldlast, hatte also die Methode von Elisabeth Báthory, das verjüngende Bad im warmen Blut, der Botox-Injektion einiges voraus. Hunderte Mädchen ließ die ungarische Gräfin dafür bis zum Tode auspeitschen, stechen und...
