In der Jahrhunderthalle

Breslaus Oper meldet sich zurück – mit dem ersten «Ring» seit 70 Jahren

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Im niederschlesischen Wroclaw, zu dem man wieder Breslau sagen darf, ohne als Revanchist verdächtigt zu werden, steht ein luxuriös restauriertes Opernhaus, samtweich und goldglänzend. Aber weil sich die Handwerker auch nach der offiziellen Eröffnung noch ungebührlich viel Zeit lassen, weicht die Intendantin weiter aus. An den verrücktesten Orten hat sie schon spielen lassen. Warum dann ihr ehrgeizigstes Projekt, Wagners «Ring», nicht gleich in Walhall selbst?
Der Götterhimmel liegt am Stadtrand.

Hier hockt Max Bergs «Jahrhunderthalle», beinahe hundertjährig und noch immer ungeheuer kühn in ihrer Anlage: von außen eine Art Riesen-Moschee; mit ihrer gewaltigen Betonkuppel ein gestrandetes Ufo von innen. Platz ist hier für fünftausend, genau die richtige Grö­ße also für Sportspektakel und Opern­ereignisse.
Wagner im Event-Schuppen – warum nicht? In der einstigen Wagner-Stadt Breslau wurde der «Ring» seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr aufgeführt. Mit zäher Leidenschaft hat ihn die Intendantin Ewa Michnik der Stadt gleich in monumentaler Größe zurückgegeben. Allen Skeptikern zum Trotz feierte die «Götterdämmerung» Ende Juni Premiere – der ersten, für Oktober geplanten zyklischen ...

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Opernwelt August 2006
Rubrik: Magazin, Seite 32
von Clemens Prokop

Vergriffen
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