In der Fremde zu Hause
Wagner: «Parsifal»
Théâtre Royal de la Monnaie, Brüssel (2011)
Der Wald steht schwarz und schweiget keineswegs. Kleine Lichtschneisen durchzittern sein dichtes Laub, geben uns ein Gefühl für seine prächtigen Baumkronen. Aus dem Geäst kommen Fanfaren und Stimmen. Menschen? Naturwesen eher, bemoost am ganzen Körper oder mit Blättern überzogen. Oder doch Soldaten mit Grasbüscheln auf den Helmen? Schwer zu sehen, schwer zu sagen. Dann plötzlich ragt ein quietschgelbes Schlauchboot aus dem Gestrüpp. ... Lautlos knicken Baumstämme um.
Das Biotop stirbt langsam, unmerklich, unaufhaltsam. Und mit ihm die Einheit des Lebens. Männer mit Kettensägen werden auftreten. Die Naturwesen werden dastehen wie ein Häuflein Aufrechter, zerzaust und sich am gemeinsamen Gesang festhaltend, am gemeinsamen Beschwören ihrer Werte.
Mit Wagners «Parsifal» hat das, was Romeo Castellucci als Regisseur und Ausstatter auf die Bühne des Théâtre de la Monnaie stellt, nur über Metaebenen zu tun. Es ist die erste Opernarbeit des 51-jährigen Italieners, der 2008 mit einem Dante-Triptychon beim Festival von Avignon für Furore sorgte. Keine Deutung, nur Assoziationen. Keine Geschichte, nur Bilder. Keine ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Jahrbuch 2019
Rubrik: Aufführung, Regisseur, Bühnenbildner des Jahres, Seite 28
von Red.
La joie de vivre
Dieser nie versiegende Enthusiasmus! Diese unerschöpfliche Lust, Brücken zu schlagen, zwischen Künstlern, zwischen Musik, Theater, Literatur, Film und den bildenden Künsten. Zwischen Kulturen, Sprachen, Kontinenten. Diese Freude, wenn sie Französisch sprechen konnte, und ihr Französisch war ausgezeichnet! Diese faszinierenden, leidenschaftlichen...
Schon als junge Generalmusikdirektorin des Theaters Erfurt ließ sie aufhorchen. Nun hat Joana Mallwitz binnen einer Saison das Orchester des Staatstheaters Nürnberg auf eine neue, aufregende Ebene geführt. Mit Prokofjews «Krieg und Frieden», Wagners «Lohengrin» und einer Reihe von Konzerten. Schon interessieren sich Frankfurt und München für eine Musikerin, die...
«Große Oper – viel Theater?» lautet der Titel einer Ausstellung des Deutschen Architekturmuseums Frankfurt über Bühnengebäude in Europa, die seit März 2018 durch die Bundesrepublik tourt. Die Schau stellt nicht nur ikonische Neubauten wie die Oper Oslo oder die Elbphilharmonie in Hamburg vor, sondern auch aufwändig sanierte und modernisierte Häuser wie die...
