Impulse
Im Jahr 2005 erschien die erste Ausgabe der Zeitschrift «Wagnerspectrum». Was damals angekündigt wurde, hat sich in den zehn bislang erschienenen Heften zweifellos bewahrheitet: «Wagnerspectrum» ist zu einem Forum für die interdisziplinäre und internationale Wagner-Forschung geworden. Zum zentralen Forum mithin, dessen Sachbezogenheit und Themenbreite eine Conditio sine qua non markiert, die in der ausufernden Wagner-Literatur (die leider nur selten mit Wagner-Forschung zu tun hat) bei Weitem nicht selbstverständlich ist.
Musik-, theater- und kulturwissenschaftliche Fragestellungen wechseln sich ab. Von «Heften» zu sprechen ist irreführend. «Wagnerspectrum» erscheint zweimal jährlich in Buchformat; die letzte Ausgabe (2/2009) hat 300 Seiten, und sie ist nicht einmal die umfangreichste unter den bisher veröffentlichten. Jede Ausgabe versucht den Spagat zwischen neuesten Aufsätzen ausgewiesener Fachwissenschaftler und Texten, die sich an den interessierten Wagner-Freund wenden (darunter Interviews, Platten- und Buchbesprechungen). Zu den Themen, die «Wagnerspectrum» bisher, durchaus kontrovers, gebündelt hat, gehören «Regietheater», «Wagner und der Buddhismus», «Wagner und Fantasy» ...
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Die Überalterung des Opernpublikums ist ein Phänomen, das seit Jahren bespöttelt und kritisiert wird, ohne dass eine Notwendigkeit zum Handeln daraus abgeleitet wurde. Denn die Theater konnten sich im Großen und Ganzen darauf verlassen, dass sich der «Silbersee im Parkett» ganz ohne ihr Zutun immer wieder auffüllte: Waren erst einmal die Belastungen von Beruf und...
Was dem Ballett recht ist, ist der Oper billig. So werden sie sich im Baden-Badener Festspielhaus denken. In der Tat, die Choreografien eines Bournonville, eines Petipa oder Fokin werden nach mehr als einem Jahrhundert noch neu einstudiert. Die Baden-Badener Richard-Strauss-Pflege verfährt ähnlich: Nach dem Salzburger «Rosenkavalier» (1995) des 2002 verstorbenen...
Der Applaus zu Beginn ist so intensiv, dass sofort spürbar wird: Hier kehrt einer zurück, der in bester Erinnerung ist. Kein Wunder: Während seiner Zeit als Chefdirigent der Amsterdamer Oper und des Nederlands Philharmonisch Orkest hatte Hartmut Haenchen den ersten szenischen «Ring des Nibelungen» in den Niederlanden aufgeführt – und zwar «authentisch», das heißt,...
