Im Parkhaus
«‘s ist Krieg! ‘s ist leider Krieg». Zu den Klängen eines Triumphmarsches fährt der siegreiche Feldherr Ezio in einem mit Lüstern aus Kunststoff dekorierten Auto vor. Noch begrüßt ihn sein kaiserlicher Herr freundlich als Retter des Vaterlandes. Doch alsbald drohen Konflikte, denn der Kaiser begehrt dieselbe Patriziertochter, die der Feldherr bereits seit längerer Zeit liebt. Und dann ist da noch ihr Vater, der mit dem geplanten Mord am Herrscher eine alte Rechnung begleichen will. So nimmt das Drama seinen Lauf.
Auch in ihrer vierten Ausgabe sind die Internationalen Gluck-Opern-Festspiele in Nürnberg für eine Überraschung gut. Diesmal steht das dramma per musica «Ezio» auf dem Programm. Christoph Willibald Glucks Vertonung des düster-tragischen Librettos von Pietro Metastasio hatte 1750 in Prag Premiere. Aufgrund seiner im vierten Jahrhundert angesiedelten Handlung passt es ideal zum Thema der diesjährigen Gluck-Opern-Festspiele: «Gluck, Prag und die Antike». Der eingangs skizzierte Konflikt spielt sich allerdings nicht im Opernhaus ab. Von der Kassenhalle des Hauses wird das Publikum zu einem der Parkdecks unter dem Theater geführt. Im Laufe der nächsten zwei Stunden wechseln die ...
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Opernwelt September/Oktober 2012
Rubrik: Panorama, Seite 60
von Rashid-S. Pegah/Albrecht Thiemann
Selten ist im Vorfeld einer Premiere so viel schiefgelaufen wie jetzt im Mannheimer Nationaltheater bei Johann Christian Bachs «Temistocle», einer Reformoper, die 1772 in Mannheim uraufgeführt und seither kaum mehr gespielt worden ist. Ursprünglich sollte sie szenisch von Achim Freyer betreut werden. Als dieser sich entschied, als «Ring»-Regisseur einzuspringen,...
Den Grenzbereich zwischen Wahn und Wirklichkeit habe er ausloten wollen, sagt Librettist und Regisseur Alexander Müller-Elmau. Da ist es fast schon schade, dass er zur Motivation der unter dieser Prämisse entwickelten Bühnenaktion ein konventionelles Narrativ bemüht, das, wenn auch fragmentarisch aufgebrochen, Missbrauchserfahrungen und kindliche Traumata...
Am Ende bricht Boris im Parlament zusammen. Nikolai Putilin, der eine gewisse Ähnlichkeit mit Boris Jelzin aufweist, hatte an diesem Abend nach schwachem Beginn dem Zaren doch noch klares Profil geben können. Besonders in der Wahnsinnsszene des letzten Bildes, als Godunow von Schujskij – strahlkräftig, aber zu unkontrolliert: Yevgeny Akimov – abermals mit der...
