«Ich will extreme Theatralik»
Frau Harms, an der Deutschen Oper Berlin arbeiten Sie eng mit dem Team zusammen, das Ihre Zeit an der Kieler Oper geprägt hat: mit Regisseur Alexander von Pfeil, Ihrem Chefdramaturgen Andreas K. W. Meyer, der Dramaturgin Katharina John und mit Ihrem Mann, dem Bühnen- und Kostümbildner Bernd Damovsky. Wird Berlin Groß-Kiel? Wird es einen «Deutsche-Oper-Look» geben?
Groß-Kiel wird Berlin ganz sicher nicht, allein schon deshalb, weil die beiden Städte, die Häuser, die Strukturen nicht vergleichbar sind und man so etwas nicht übertragen kann.
Und auch einen «Deutsche-Oper-Look» wird es nicht geben. Einen Deutsche-Oper-Stil schon eher, eine Linie, die allerdings zugleich von Vielfalt, von vielen verschiedenen Handschriften und Ästhetiken bestimmt sein wird. Alexander von Pfeil arbeitet völlig anders als ich, und die anderen Regisseure, die bei uns inszenieren werden, zeichnen sich auch eher durch ihre Gegensätze als durch Parallelen oder Gemeinsamkeiten aus. Und bestimmte Sachen wird es einfach nicht geben. Ich will keine Achtziger-Jahre-Chorregie! Kein Überagieren, kein Outrieren und kein hysterisches Über-die-Bühne-Rennen, das ist passé!
Ihre erste Spielzeit war komplett von Ihren ...
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Es scheint, als hätten Barockmusik und Gegenwart einen geheimen Pakt geschlossen. Noch nie wurde die Musik des 17. und 18. Jahrhunderts so häufig aus den Archiven heraus- und auf die Bühnen bzw. in die Produktionsstudios hineingetragen wie im letzten Jahrzehnt. Nun feiert wieder einer der damals bejubelten, dann vergessenen Komponisten seine Auferstehung: Johann...
Eine Mikrofonstimme hatte James King, der in diesem Jahr achtzig Jahre alt wurde, nie. Wer live erlebt hat, wie er etwa die große Szene des Kaisers in Strauss‘ «Frau ohne Schatten» aufbaute und steigern konnte – und zwar steigern im Sinne einer immer intersiver sich im Raum ausbreitenden, unforcierten Klangfülle –, der weiß, dass ein Mikrofon dergleichen nie...
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