«I want more life»
Die in einer mikroskopisch kleinen Geheimschrift verfassten Texte des späten Robert Walser galten lange Zeit als nicht dechiffrierbar. Auf andere Weise verrätselt sind die Texte durch die Abfolge von Sätzen, die den Vorgang des Schreibens thematisieren und, wie Walter Benjamin anmerkte, «den vorigen vergessen zu machen» versuchen: Manifest der Spätkunst eines Autors, der ständig schreibend sein Werk verschließt.
Der mit dem Rücken zum Publikum sitzende Mann am Klavier in der Hamburger opera stabile wendet den Kopf und murmelt, was zwar bei der Lektüre des Programmheftes verständlich ist, aber in der Aufführung ob des Flüstertons kaum verstehbar war: «Edith liebt ihn. Hiervon nachher mehr. Vielleicht hätte sie nie zu diesem Nichtsnutz, der kein Geld besitzt, Beziehungen anbahnen sollen.» Es sind die ersten Zeilen von Robert Walsers 24-Seiten-Mikrogramm «Die Räuber», auf das Johannes Harneit, der Mann am Klavier, zusammen mit seinem Librettisten Torsten Beyer für eine gleichnamige Text-Musik-Collage zurückgegriffen hat: eine Auftragsarbeit der Hamurger Kulturstiftung.
Nach der Introduktion treten zwei Frauen in den dunklen Raum, postieren sich hinter einem Pult, sagen «so ... so» ...
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