Hier spricht der Maestro

Verdi: «I due Foscari», Rom / Teatro dell’Opera

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So unterschiedlich können die Perspektiven sein: Während deutsche Operninteressierte ihre Blicke besonders auf Regisseur Werner Herzog richteten, stand für das römische Publikum Riccardo Muti im Mittelpunkt. Wie recht es damit hatte! Denn dem 71-Jährigen merkt man in jedem Takt dieser Aufführung an, dass ihm «I due Foscari» ein Herzensanliegen sind. Er hat die Oper bereits vor zehn Jahren an der Mailänder Scala dirigiert; in Rom reiht sie sich nun ein in seine Verdi-Aufführungen der letzten Spielzeiten wie «Nabucco», «Macbeth» und «Simon Boccanegra».



Schon sieben Jahre vor «Rigoletto» zeigt Verdi sein Gespür für genau differenzierten musikalischen Ausdruck. Düstere Klangfarben herrschen vor, ein Duo aus Solo-Viola und Solo-Violoncello leitet den zweiten Akt ein, der grimmige Männerchor skandiert einen befremdlichen Marsch im Dreivierteltakt. Jedes dieser musikalischen Details breitet Muti mit größter Sorgfalt aus. Er zwingt hier das Orchester und die Solobläser zu feinsten Pianissimi, spielt dort den Drive des jugendlichen Komponisten aus – ohne je die Zügel schleifen zu lassen, mit denen er Sänger und Orchester zusammenhält.

Ein überzeugendes Plädoyer für dieses Stück, zumal auch ...

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Opernwelt Mai 2013
Rubrik: Panorama, Seite 56
von Michael Horst

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