Heimspiel
Seit 40 Jahren üben die Innsbrucker Festwochen für Alte Musik eine große Anziehungskraft auf das an Renaissance- und Barockmusik interessierte Publikum aus. Künstlerische Leiter wie Howard Arman, René Jacobs und Alessandro De Marchi formten aus den ursprünglichen Ambraser Schlosskonzerten ein international viel beachtetes Festival, das auch mit Opernproduktionen punktet. In diesem Jahr auch mit einer echten Rarität, deren Urheber erst kürzlich entschlüsselt werden konnte.
Auf der in Paris befindlichen, handschriftlichen Partitur von «Le nozze in sogno» («Die Hochzeit im Traum») wird zwar der italienische Dramatiker Pietro Susini als Librettist genannt, nicht aber der Komponist. Erst vor drei Jahren entdeckten zwei Musikwissenschaftler, Nicola Michelassi und Salomé Vuelta Garcia, in einem florentinischen Archiv ein Journal, in dem nicht nur die Uraufführung der über dreistündigen Oper im Jahr 1665 erwähnt wird, sondern auch deren Komponist: kein Geringerer als Pietro Antonio Cesti, der jahrelang als Kammerkapellmeister am Innsbrucker Hof gewirkt hatte.
Insofern war es naheliegend, dass die Wiederaufführung bei den Innsbrucker Festwochen über die Bühne ging. Enrico Onofri dirigierte ...
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Opernwelt November 2016
Rubrik: Panorama, Seite 51
von Reinhard Kager
Darmstadts Intendant Karsten Wiegand hatte unlängst zwei große künstlerische Erfolge mit Luigi Nonos «Prometeo» und Georg Friedrich Haas’ «Koma». Unerschrocken arbeitet er daran, die Tradition der «Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik» im Theater weiterzutragen. So ließ er die neue Spielzeit mit zwei aus einem Wettbewerb hervorgegangenen Mini-Opern unter dem...
«Unaufführbar», ganz schnell pflegt dieses Fallbeil ausgelöst zu werden. Als ob man mit ein, zwei Reflexionsumdrehungen mehr nicht zu anderen Schlüssen kommen könnte. Vielleicht weniger im Alltagsgeschäft des Stadttheaters. Aber für den Ausnahmefall «Festival» wäre das doch eine genuine Aufgabe: nicht das Naheliegende wie Gounods «Faust» zu realisieren oder...
Zwischen 1920 und 1940 war «Samson et Dalila» an der Pariser Opéra die am zweithäufigsten gespielte Oper – sie kam in der Statistik gleich nach Gounods «Faust». Doch Ruhm ist vergänglich, jedenfalls in der Rezeptionsgeschichte dieses Werks. Die letzte Neuproduktion liegt jetzt 25 Jahre zurück: Damals tat Pier Luigi Pizzi Camille Saint-Saëns’ Meisterwerk mit seiner...
