Heikle Beziehungen
Zum großen Gedenkjubiläum haben die Hallenser dem berühmtesten Sohn ihrer Stadt auf dem Marktplatz ein paar Matten Fertigrasen spendiert. Kunstdüngergrün schimmert es um den Marmorsockel des gut drei Meter hohen Bronze-Händel. Seit 150 Jahren blickt der Meister nun schon von dort oben durch die Türme der Marienkirche in die Ferne. Ein majestätischer Kopf schaut unter der Allongeperücke hervor; ein hellwacher Geist, der vor Ideen sprühte, der mehrere Sprachen beherrschte und keine Mühe hatte, die Mächtigen seiner Zeit für sich einzunehmen.
Ein Mann von Welt, der die intellektuelle und sinnliche Vitalität des urbanen Lebens schätzte. Kein Wunder, dass so einer (als 18-Jähriger) die erstbeste Gelegenheit nutzte, um die Enge seiner protestantisch-provinziellen Heimat hinter sich zu lassen.
Zweieinhalb Jahrhunderte nach dem Tod des Komponisten ist diese Einsicht das Leitmotiv der neuen Dauerausstellung, die unlängst in dem für 2,1 Millionen Euro sanierten Händel-Haus an der Nikolaistraße eröffnet wurde. Die auf 14 Räume verteilten rund 160 Gemälde, Stiche und Dokumente (darunter Originalpartituren aus der British Library) rücken bewusst den «Europäer» Händel ins Blickfeld – seine in ...
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«Das hätte Mozart auch nicht besser schreiben können», war mein spontaner Gedanke, als ich Lucillas Arie «Chi sa, chi sa qual sia» aus Vicente Martín y Solers «Il burbero di buon cuore» (Der herzensgute Unwirsch) zum ersten Mal hörte. Da hatte ich das Kleingedruckte (im Booklet zur DVD) noch nicht gelesen. Tatsächlich handelt es sich bei dieser Arie (wie auch bei...
Ein neuer «Ring» läuft selten sofort rund, zumal wenn ein Haus sich zum ersten Mal an Wagners Opus maximum wagt. Washingtons National Opera etwa musste «Siegfried» in der vergangenen Spielzeit verschieben, Alan Held und Gidon Saks traten stattdessen im «Holländer» auf. Und die «Götterdämmerung» wird im kommenden Jahr nur konzertant zu erleben sein: Francesca...
Unser Österreich-Korrespondent zuckte nur mit den Achseln: Eine Überraschung sei das nicht. Jeder habe es erwartet. Nehmen wir also zur Kenntnis: Der Chef der Salzburger Festspiele heißt ab Herbst 2011 Alexander Pereira. Schon als Gerard Mortier nach zehn ungemein produktiven Jahren Salzburg verließ, war Pereira im Gespräch. Und dann wieder, als Mortiers Nachfolger...
