Groucho auf Naxos

Strassburg: Strauss: Ariadne auf Naxos

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Zunächst denkt man sich: nicht übel, das alles; aber eben auch naheliegend, das, was man im Vorspiel der «Ariadne auf Naxos» halt so macht, vielleicht beim Komponisten und dem Musiklehrer sogar allzu bewusst ausgestellt.

Doch solche Gedanken werden mehr und mehr verscheucht von der Art, wie Strauss' und Hofmannsthals Schöpfung an der Opéra national du Rhin daherkommt: hellwach, mit großer Neugier auf die Gestalten, auf das, was sich zwischen ihnen begibt, auf das allmähliche Interesse, das die eine (auf Nicky Rietis zur Renovierung anstehender Villa oder der Felseninsel) in dem anderen weckt – was bald auch heißt: auf das, was die Sache der einen in dem anderen weckt. Immer mehr ist man von der spürbar peniblen Sorgfalt beeindruckt, mit der da szenischer und musikalischer Anteil sich gegenseitig befruchten, ja, beschwingen und immer so deutlich erzählen, dass die Aufführung für den «Ariadne»-Neuling als ideale Erstbegegnung mit dem Werk taugen kann. Stärkstes Indiz: die ungewöhnlich hohe Textverständlichkeit.

Inszeniert hat André Engel. Was ihn offenbar am meisten beschäftigt, ist das zentrale Thema der Verwandlung. Der Kuss Zerbinettas für den verdatterten Komponistenjüngling, die ...

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Opernwelt April 2010
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Heinz W. Koch

Vergriffen
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