Groucho als Abräumer

«Ring.Award 08»: Der internationale Wettbewerb für Regie und Bühnenbild in Graz hatte ein eindeutiges Siegerteam

Opernwelt - Logo

Dolly war nur der Anfang; jetzt klonen sie bereits Groucho Marx. Zumindest schien der Komiker Ende Juni in viel­facher Ausführung durch Foyer und Zuschauerraum des Grazer Schauspielhauses zu wuseln und sich auch auf der Bühne an mehreren Klavieren gleichzeitig zu betätigen: Männer mit schwarzen Perücken und ebensolchen aufgeklebten Schnäuzern. Perplex der Uneingeweihte, der die Zusammenhänge nicht kannte.

Denn eigentlich hätten die Preise, welche die Herren Tobias Kratzer aus Landshut und Rainer Sellmaier aus München mit ihrer Truppe einsammelten, nach Bulgarien und Serbien gehen müssen, hatten sie ihr Konzept doch als Pedrak Topola und Nedrak Morakov, Mitglieder des freien Künstlerkollektivs ATEF Berlin, verkauft – aus Lust an der Verstellung, und weil sie auch noch andere Ideen am Kochen hatten. Konsequenterweise liefen sie während des Finales des «Ring.Award 08» quasi als balkanisches Revival von «A Night at the Opera» herum.
Es war der fünfte Wettbewerb für Regie und Bühnenbild des «Wagner-Forum» Graz, entstanden vor elf Jahren auf Initiative von dessen Vorsitzenden Heinz Weyringer und des damaligen Grazer Intendanten Gerhard Brunner, mit Peter Konwitschny als ständigem ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt August 2008
Rubrik: Magazin, Seite 33
von Gerhard Persché

Vergriffen
Weitere Beiträge
Menschliches Maß

Dieser Gott ist ein gewiefter Politiker. «Schon erfleht die schmachtende Erde mit tausend und abertausend Mündern fiebernd Hilfe von oben. (…) Verwelkt und entlaubt leben kaum noch die Wälder. / Nun ist es an uns, denen Schutz und Schirm der Welt obliegen, den Schaden gutzumachen und die Natur zu entschädigen», spricht Jupiter, sobald er den glühend heißen Erdboden...

Aus den Fugen

Schon mit dem Bühnenerstling «Adolf Wölfi» steuerte Georg Friedrich Haas 1981 auf das Spannungsfeld von Genie und Wahn zu. Auch «Nacht», die zweite Kammeroper des 1953 in Graz geborenen Komponisten, befasste sich in den neunziger Jahren anhand von Textfragmenten Hölderlins mit dem Thema «Umnachtung». Nach einem Exkurs zu Poe und Kafka, deren Texte gleichfalls eher...

Ohne Verfallsdatum

Das diskografische Erbe des Tenors Peter Anders, der sich mehr als ein halbes Jahrhundert nach seinem Tode noch ungebrochener Popularität erfreut, ist beeindru­ckend: Rund fünfhundert Aufnahmen, die Rundfunkproduktionen mitgerechnet, sind erhalten, ein großer Teil davon wurde auf CD recycelt. Neues zu entdecken gibt es bei diesem Sänger also kaum, aber das...