Grétry & Co.
Die Opéra Comique gehört heute wieder zu den aktiven Pariser Opernhäusern. Die Direktion sieht es als primäre Aufgabe des Hauses an, «das französische Repertoire zu pflegen». Der Verständlichkeit des Textes komme dabei, wie stets in der französischen Operntradition, eine große Rolle zu. Konkret heißt das: Auf der Bühne der Salle Favart uraufgeführte Werke wie «Carmen» oder «Pelléas et Mélisande» finden hier ein sorgenfreies Zuhause, aber auch Werke des 18. Jahrhunderts, die von der Truppe der Opéra Comique anderswo produziert wurden, werden zu Hause liebevoll gepflegt.
So wurde die einst berühmte Oper «Der eifersüchtige Liebhaber» von Grétry, die ihrem Schöpfer den Ruhm eines der größten Komponisten seiner Zeit eingebracht hatte, nicht nur in der Koproduktion mit dem Centre de Musique Baroque de Versailles inszeniert, sondern auch von einem Festival gerahmt, das dem Musiktheater zur Zeit Grétrys galt.
Allerdings war bei keiner Inszenierung etwas Herausragendes zu entdecken. Am schlimmsten fiel «Zémire et Azor» aus, weil bei diesem Märchen extrem überzeichnet und grimassiert wurde. Dagegen besaß die konzertante Aufführung von Philidors «Sancho Panza» Lebendigkeit, Natürlichkeit, ...
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