Grenzgänge
Längst haben Countertenöre die Kreise der Alten und Neuen Musik verlassen und begonnen, sich auch das dazwischen liegende Repertoire anzueignen. Jochen Kowalski war einer der Ersten, der Liederabende mit einem klassisch-romantischen Programm riskierte – und Gehör fand. Philippe Jaroussky gelang 2009 eine kleine Sensation mit seinem wahrhaft berauschenden Album «Opium» mit französischen mélodies der Jahrhundertwende. Nun hat auch Bejun Mehta ein Liederalbum vorgelegt, auf dem er sich dem englischen Liedschaffen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts widmet.
Die Auswahl ist sehr gelungen, denn sie vereint fast alle zentralen Komponisten dieser an Liedschöpfungen ungemein reichen Zeit.
In den letzten Jahren sind bemerkenswerte Aufnahmen dieses Repertoires entstanden, an denen Mehta sich messen lassen muss. Gegen Liedgestalter, die so aus der reichen Fülle ihrer stimmlichen Mittel schöpfen wie Sarah Walker, John Mark Ainsley oder Bryn Terfel, kann er allerdings kaum bestehen. Mehtas Stimme ist doppelt limitiert: Zum einen klingt sie nur im Piano- und Mezzofortebereich vergleichsweise rund, bei höheren Stärkegraden verliert sie hingegen rasch an klanglicher Rundung und Fassung. Zum ...
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Opernwelt November 2011
Rubrik: Medien | CDs, Seite 27
von Thomas Seedorf
Dass der berühmte Kastrat Carlo Broschi, genannt Farinelli, auch komponiert hat, ist seit Langem bekannt. Franz Haböck, der Pionier unter den Erforschern der Sängerkastraten, gab bereits 1923 einen Band mit Arien heraus, die zum Repertoire Farinellis gehörten, darunter auch acht Stücke, die er dem Sänger zuschrieb. Nicht für alle Werke ließ sich diese Zuweisung...
Herr Mehta, Ihrem Namen nach entstammen Sie einer Familie, die von den Musen geküsst ist. Konnten Sie überhaupt etwas anderes werden als Künstler?
Zubin Mehta, der Cousin meines Vaters, sollte ursprünglich Arzt werden. Dann ist er Musiker geworden. Bei mir war es so, dass ich mir nie vorstellen konnte, etwas zu tun, das nichts mit Musik zu tun hatte. Ich komme aus...
Als Koproduktion der Opernhäuser in Novosibirsk und Paris ist eine Inszenierung von Verdis «Macbeth» entstanden, die einen Meilenstein in der Rezeptionsgeschichte des Werkes darstellt. Der Regisseur Dmitri Tcherniakov und der Dirigent Teodor Currentzis, die nicht zum ersten Mal zusammenarbeiteten, haben auf der gemeinsamen Suche nach Verdis Wahrheit tief geschürft...
