Gogl statt Gigl
Singt eben nicht der Gigl, sondern der Gogl, meinte Staatsoperndirektor Ioan Holender im Vorfeld dieser «Carmen»-Reprise, die als das große Medienereignis seiner letzten Spielzeit gehandelt wurde. Da empfiehlt sich ein kleiner Exkurs in die österreichische Mundart: Gigl und Gogl bedingen einander nicht wie Yin und Yang.
Vielmehr stehen sie fürs Entweder-Oder; der vor allem im Sport oft gebrauchte Spruch «Amal der Gigl, amal der Gogl» heißt soviel wie: Beim Skifahren siegt mal ein Österreicher, mal ein Schweizer, im deutsch-österreichischen Fußballvergleich gewinnen einmal die Deutschen, einmal ... naja. An letzterem Beispiel erkennt man, dass es sich keineswegs immer um echte Alternativen handelt. Wie auch bei dieser «Carmen» in Wien, als Haus-Mezzo Nadia Krasteva für die rekonvaleszente Elina Garanca einsprang.
Und es gab noch andere unechte Gogls bei dieser Neueinstudierung im Rahmen der 32 Jahre alten Inszenierung Franco Zeffirellis, die kein Spanien-Klischee vermeidet. Ursprünglich sollten sich darin die Diven Garanca und Anna Netrebko (Micaëla) mit Tenorissimo Rolando Villazón (Don José) sowie dem Neujahrskonzert-Triumphator von 2006 Mariss Jansons – bei einem seiner seltenen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Dreieinhalb Jahre ist Argentiniens berühmtester Bau nun schon dicht. Seit am 1. November 2006 im legendären Teatro Colón das Licht ausging und die überfällige Rekonstruktion des maroden Hauses in die entscheidende Phase trat, prägten Architekten, Handwerker, Chaos und Streit das inwendige Bild. Immer wieder blieb die Restaurationsarbeit an den güldenen Ornamenten,...
Weiter, größer, aufwändiger als bei Erich Wolfgang Korngolds «Wunder der Heliane» lässt sich Oper nicht konzipieren. Das Stück ist geradezu unverschämt anspruchsvoll. Ein hypertropher Höhepunkt aus Expansion und Verfeinerung. Zugleich eine Endstation. Danach ging es, zumindest auf diesem Weg, nicht mehr weiter. Man versteht sofort, warum andere Komponisten, andere...
Ein historischer Moment: Mit der Premiere der «Gezeichneten» in Los Angeles kam erstmals in der Neuen Welt eine Oper von Franz Schreker zur Aufführung. Und auch die zweite amerikanische Schreker-Premiere steht bereits bevor: Im Rahmen des Bard SummerScape Festivals vor den Toren New Yorks ist für den 30. Juli seine frühe Oper «Der ferne Klang» angesagt.
«Die...
