Gepflegter Führungsstil

Nizza, Puccini: Tosca

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Nein, Claus Guths Salzburger Inszenierung von Mozarts «Figaro» habe er nicht gesehen, beteuert Paul-Emile Fourny. Und damit natürlich auch nicht jenen Cherubin, der bei Guth schweigend durch den Salon des Alma­viva’schen Herrenhauses geistert. Die drei Engel, die der Intendant der Opéra de Nice nun für eine neue «Tosca» aufbietet, habe Ausstatter Louis Désiré ins Spiel gebracht.

So verfolgen in dem direkt an der Strandpromenade gelegenen 1000-Plätze-Haus drei stumme Doppelgänger das Beziehungsdreieck Cavaradossi-Tosca-Scarpia, blicken bedeutungsschwanger aus Kirche, Palazzo und Engelsburg. Doch dass ihre Gegenwart dem veristischen Melodram eine traumverlorene, surreale, gar metaphysische Note verliehen, wird man kaum behaupten können.
Von der ersten Szene in Sant’Andrea bis zur finalen Tragödie auf den Stufen des Castello sind diese Schattenwesen nicht mehr als dekoratives  Additiv. Auf die ­libidinösen Energien jedenfalls, die die Protagonisten treiben und an denen sie zugrunde gehen, wirft das schemenhafte Trio kein neues Licht. Auch die Führung der zentralen Figuren hält sich an die Konvention, wirkt harmlos in ihrem Vertrauen auf das gestische Standardrepertoire der alten Tante ...

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Opernwelt März 2008
Rubrik: Panorama, Seite 49
von Albrecht Thiemann

Vergriffen
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