Geburtstagsgrüße aus Garmisch
Die Macht der Annalistik: Zum 150. Geburtsjubiläum präsentiert Brigitte Fassbaender in Kooperation mit dem Richard Straus Institut in Garmisch-Partenkirchen eine Edition sämtlicher Klavierlieder. Aufgeboten sind drei Soprane, zwei Mezzosoprane, fünf Tenöre, zwei Baritone, ein Bass und fünf Pianisten. Fassbaender selbst ist als eindringliche Rezitatorin zweier Melodramen beteiligt. Mehr als zehn Stunden Musik wurden im November vergangenen Jahres in Garmisch eingespielt! 179 Lieder, dazu die Melodramen «Enoch Arden» (Alfred Lord Tennyson) und «Das Schloss am Meere» (Ludwig Uhland).
Alles in chronologischer Anordnung. Der Schnellschreiber Richard Strauss gestand einmal ein, dass ihm etliche Lieder keineswegs zugeflogen sind: «Es geht dann langsam, es wird gekünstelt, die Melodie fließt zäh, die ganze Technik muss herhalten, um etwas vor der gestrengen Selbstkritik Bestehendes zustande zu bringen.» Die Selbstkritik war wohl des Öfteren anästhesiert, insbesondere bei der Auswahl der Texte: Ob es nun um die altväterliche und lavendelduftende Poesie eines Felix Dahn ging, die preziös-anachronistischen Minnelieder eines Julius Bierbaum oder die gereimten Unverbindlichkeiten Richard ...
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Opernwelt Juli 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 30
von Jürgen Kesting
Adriana Hölszky zählt heute zu den innovativsten, profiliertesten Komponistinnen der Gegenwart – umso mehr, als sie sich, anders als so manche prominenten Zeitgenossen, nicht vom Projekt der Moderne verabschiedet hat. Aus Anlass ihres 60. Geburtstags sind 2013 zwei Veröffentlichungen erschienen, die Annäherungen an die gleichermaßen komplexen wie weitverzweigten...
Peter Konwitschny ist mit Johann Sebastian Bach groß geworden. Weil sein Vater Franz von 1949 bis 1962 Gewandhauskapellmeister war, wuchs er in der Bach-Stadt Leipzig auf. Viel später, an der Oper, wo er von 2008 bis 2011 Chefregisseur war, begann er, sich die Kantaten vorzunehmen: «Ich habe genug» war 2009 die erste, 2010 folgte «O Ewigkeit, du Donnerwort» (BWV 60...
Es sind pubertierende Jugendliche – sechs Solisten sowie die von acht Mitgliedern des Chors Barock vokal Mainz dargestellten Nymphen und Hirten –, die Tatjana Gürbaca in ihrer bestürzend simplen, aber umso eindringlicheren Inszenierung von Johann Adolph Hasses Pastoralspiel «Leucippo» auf die Bühne des Schwetzinger Rokokotheaters zitiert. Es geht darin um die...
