Ganz gesanglich, ganz Mensch
Eines der aufwendigsten «Ring»-Projekte der letzten Jahre fand an der Metropolitan Opera statt: die viel beachtete Inszenierung von Robert Lepage, die in deutschen Kinosälen zu verfolgen war (vgl. OW 11/2010, 6/2011, 11/2011, 3/2012). Lepage war die Aufgabe zugefallen, die jahrzehntealte und beliebte Otto-Schenk-Inszenierung abzulösen. Jahrelang haben, wie der «Making-of»-Film zeigt, Lepage und sein Team an dieser Produktion gebastelt, dafür einen immensen Aufwand betrieben. Allein die Bühnenmaschine soll Millionen verschlungen haben.
Dazu werden modernste mediale Möglichkeiten eingesetzt, etwa zur Bild- und Lichterzeugung. Das ist wahrhaft großes Kino. Fragt sich nur, warum nun in der vorliegenden DVD-Produktion die Kameraführung oft so behäbig ausfällt. Wenn Siegmund in der «Walküre» das Schwert aus dem Eschenstamm herauszieht, dauert es, bis die Totale eingefangen wird, relativ lange. Der Zuschauer ahnt, dass im Hintergrund etwas passiert, aber was? Den Wandel des Bühnenbildes bekommt er erst mit Verspätung geliefert. Insgesamt stehen die Kamerawechsel im Widerspruch zum aufwendigen Regie-Konzept: ein Kopf von links, ein Kopf von rechts, kaum wirkliche Detailaufnahmen im ...
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Opernwelt Dezember 2012
Rubrik: Medien, Seite 31
von Christoph Vratz
Es ist ein ganz eigenes Theatererlebnis, das dem Besucher zur Eröffnung der ersten Spielzeit unter dem neuen Intendanten Michael Börgerding im Großen Haus am Goetheplatz beschert wird: Man geht in die Oper – und ist mitten drin im Geschehen um den Niedergang der verkommenen «Netzestadt» Mahagonny. Benedikt von Peter, der in Bremen jetzt als Künstlerischer Leiter...
Lionel Messi spielt in die Tiefe zu Cristiano Ronaldo, dieser passt quer zu Neymar da Silva Santos, der für Zlatan Ibrahimovic auflegt. Tor. Dem Käufer der kürzlich erschienenen Aufnahme von Leonardo Vincis «Artaserse», so er denn auch an Fußball interessiert ist, mag Ähnliches in den Sinn kommen, wenn er auf die Besetzungsliste blickt: Vier der zur Zeit...
Was auch immer beim Wexford Festival aufgeführt wird: Das Haus spielt eine Hauptrolle. Zumindest seit 2008, als der Neubau des Architektenbüros um Keith Williams eröffnet wurde. Wie eine sanft gestaffelte Kuppel thront er über der Silhouette des alten, südirischen Küstenstädtchens. Wenn man davor steht, sind die Dimensionen nicht zu ahnen. Nahtlos passt sich die...
