Freund und Feind
Am Ende war es die großzügige Spende einer isländischen Naturschutzstiftung, die Gunnsteinn Ólafssons Operntraum wahr werden ließ. Denn auch wenn Island über eine hervorragende Musikausbildung in den Schulen und auch über eine staatliche Oper verfügt: Freie Projekte, die weder der Musik- noch der Theaterkunst klar zuzuordnen sind, fallen bei der öffentlichen Förderung des 330 000-Einwohner-Inselstaates offenbar durch den Rost.
Man muss kein Öko-Bewegter sein, um sich für das Kinderopernprojekt über einen Text des populären isländischen Schriftstellers Böðvar Guðmundsson zu interessieren. Dennoch wird, wer die Dramatik und Kargheit der isländischen Landschaft und die Rauheit seiner Topografie auch nur kurz erlebt hat, sich schnell mit der Geschichte identifizieren: Eine Margerite (isländisch: «Baldursbrá»), die in einem geschützten Wiesengrund blüht, lernt einen Kiebitz kennen – und mit ihm die Sehnsucht, die Sonnenuntergänge von der Berghöhe aus anzusehen. Mit Hilfe eines Fuchses gelingt es dem Vogel, die Blume ins Gebirge zu verpflanzen, wo sie jedoch bald von Kälte, Durst und einem hungrigen Widder bedroht wird. Als der Widder seinerseits zum Angriffsziel des Fuchses und dessen ...
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Opernwelt November 2015
Rubrik: Magazin, Seite 82
von Carsten Niemann
Zu Sebastian Baumgartens Bayreuther «Tannhäuser» ist in dieser Zeitschrift das Notwendige gesagt worden (siehe OW 9-10/2011). Über Joep van Lieshouts «Technokrat»-Installation, in der die Figuren zur Biomasse einer auf Bedeutungshuberei gepolten Assoziationsmaschine schrumpfen. Über die prätentiöse, dialektisch verschraubte Antitheater-Attitüde, der alle Emphase...
In Winrich Hopp, dem künstlerischen Kopf der Münchner musica viva-Konzerte und des Berliner Musikfestes, hat das Werk Karlheinz Stockhausens seinen heute wohl energischsten unabhängigen Fürsprecher. Unabhängig deshalb, weil Hopp die experimentell forschende, weitgespannte Fantasie dieser Zukunftsmusik in den Fokus rückt, ohne deren esoterische Verpackung allzu...
Jubilare
Als Papageno gab Håkan Hagegård 1968 an der Königlichen Oper von Stockholm sein Debüt. In derselben Rolle wurde der an der Königlichen Musikschule Stockholm und am Salzburger Mozarteum ausgebildete Bariton in Ingmar Bergmans Verfilmung von Mozarts «Zauberflöte» (1975) einem breiten Publikum bekannt. 1980 debütierte er an der New Yorker Met als Malatesta in...
