Frei durch Disziplin

Mit seinem Ensemble Musica Aeterna hat sich Teodor Currentzis einen Namen als Extrem-Musiker gemacht. Als solcher nimmt er jetzt Mozarts drei Da-Ponte-Opern auf – und er ist sich seiner Sache sicher

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Sind «Figaro», «Don Giovanni» und «Così» so etwas wie die Dreifaltigkeit des Musiktheaters – drei Einheiten, die ein Ganzes bilden?
Zunächst einmal sind diese drei Stücke die größten Meisterwerke der Operngeschichte. Es gibt nichts Vergleichbares. Warum? Weil es die beste, die modernste Musik ist; und weil hier das Allgemein-Menschliche auf absolut zeitlose Weise dargestellt wird.

Diese Opern sind wie ein philosophisches Traktat, in dem die Kernfragen des Menschseins beleuchtet werden, von der Ur-Schuld im Sinne Adams über die menschlichen Triebe, die vielfältigen Facetten der Liebe bis hin zur Bedeutung der persönlichen Freiheit.

Wie bringen Sie diese gewichtigen, bohrenden Fragen mit der spezifisch Mozart’schen Leichtigkeit in Einklang?
Das ist in der Tat ein Paradoxon: Mozart ist so ungemein tiefsinnig im Umgang mit den Themen und Problemen, die in seinen Opern thematisiert werden, und gleichzeitig gibt es bei ihm diese spielerische Komponente. Er macht Komödie für alle, und zugleich gestattet er jedem, dahinter weiter zu forschen und sich mit allen existenziellen Fragen zu beschäftigen. Für mich ist er der Gegensatz zu Richard Wagner. Wagner möchte ungemein ernsthaft und ...

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Opernwelt Februar 2014
Rubrik: Magazin, Seite 74
von Christoph Vratz

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