Festliche Höllenfahrt
Als die vormals Städtische Oper Berlin, nunmehr in Deutsche Oper umbenannt, vor einem halben Jahrhundert in ihr neues Haus an der Bismarckstraße einzog, war das nicht nur ein herausragendes kulturelles, sondern auch ein politisches Ereignis. Wenige Wochen zuvor war die Mauer gebaut worden, dem Westberliner Opernhaus entstand daraus eine zusätzliche Verpflichtung: «Durch die unheilvolle Zerschneidung einer Gesamtberliner Operntradition muss die Westberliner Oper den Rangbegriff ‹Berliner Staatsoper› von einst auf sich zu nehmen trachten», schrieb damals Johannes Jacobi in der «Zeit».
Die Eröffnung mit «Don Giovanni» am 24. September war geladenen Gästen aus aller Welt vorbehalten, zeitgleich wurde der Mitschnitt der Generalprobe im Fernsehen ausgestrahlt. Die Aufmerksamkeit galt zunächst aber nicht der Neuinszenierung, sondern dem Neubau selbst, dessen Architektur auch kritische Stimmen hervorrief. Jacobi sprach für viele, wenn er feststellte: «Nichts an Bornemanns Opernhaus zeugt von überwältigender Originalität».
Mit dem Einzug in der Bismarckstraße löste Gustav Rudolf Sellner den bis dahin amtierenden Carl Ebert als Intendanten ab, überließ seinem Vorgänger jedoch die Ehre, die ...
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Opernwelt November 2011
Rubrik: Medien | DVDs, Seite 29
von Ekkehard Pluta
«La petite mort» nennt der Franzose den Orgasmus, und die jungfräuliche Gouvernante erfährt ihn in einem wirren erotischen Traum am Ende des ersten Akts. Ihre unterdrückten erotischen Sehnsüchte mögen der Schlüssel sein zum rätselhaften Geschehen, das der amerikanische Romancier Henry James 1898 in einer berühmten Novelle beschrieb und das Benjamin Britten genial...
Als er sich kürzlich nach der Premiere von Schoecks «Penthesilea» auf der Bühne der Frankfurter Oper blicken ließ, gab es kein einziges Buh. Hans Neuenfels verbeugte sich – und wurde gefeiert. Wie sich die Zeiten ändern. In Frankfurt tobten einst seine härtesten Opernstürme, in der Ära von Michael Gielen und vorher schon, als er eingeladen wurde von Christoph von...
Er war Lieblingsschüler und Freund Franz Liszts und ein zu seiner Zeit in mehreren Genres erfolgreicher Komponist; heute ist er aus dem Opern- und Konzert-Repertoire vollständig verschwunden: Anton Urspruch (1850-1907), dessen Werk man mit dem Etikett «spätromantisch» nicht ganz gerecht wird. Seine komische Oper «Das Unmöglichste von Allem», 1897 unter Felix Mottls...
