Fern und fremd
Georg Philipp Telemann hat in seiner Hamburger Zeit zwischen 1722 und 1738 rund ein Dutzend Opern von Händel aufgeführt. Die Einflüsse des italienischen Stils sind in «Flavius Bertaridus», seinem vorletzten Werk für die Oper am Gänsemarkt, deutlich spürbar. Dass dort auch exzellente Virtuosen tätig waren, belegen die vielen groß angelegten Arien. Nur eine einzige Aufführung des Werks ist dokumentiert: die vom 23. November 1729. Hamburgs Opernchefin Simone Young setzte sich für eine Wiederbelebung des Gänsemarkt-Repertoires ein.
Der B-Premiere gingen im August Aufführungen in Innsbruck voraus, wo Alessandro de Marchi seit 2009 als Künstlerischer Leiter der Festwochen der Alten Musik tätig ist. Vorbereitet wurde die Aufführung, die dramaturgische Einrichtung eingeschlossen, allerdings in Hamburg – zum 333. Gründungsjubiläum des Opernhauses.
Vom Stoff her, durch Vertonungen von Händel («Rodelinda») und Graun bekannt, ist «Flavius» eine typische Seria – mit dem schematisierten Konflikt zwischen einem grausamen Tyrannen (Grimoaldus) und dem entmachteten rechtmäßigen König (Flavius). Die Handlung durchzieht ein Geflecht von Intrigen und Liebeshändeln, die, besonders wegen der teilweise ...
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Opernwelt Dezember 2011
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Jürgen Kesting
Sicher, Verdis effetto ist da. Aber es ist doch ein recht manierlicher Sturm, der da durchs Zürcher Opernhaus tobt. Unsere Nachmittagsvorstellung des «Otello» nimmt erst allmählich Fahrt auf, dann jedoch gewaltig. Daniele Gatti, Chefdirigent für überschaubare drei Jahre, scheint sich immer mehr zu entfalten. Ist die Intrigenmine erst mal losgetreten, wird Giuseppe...
So etwas hat es im Fernsehen noch nicht gegeben. Der deutsch-französische Kultursender Arte spannt sein Programm zum Jahreswechsel rund um den Globus. Ein Kulturfeuerwerk eigener Art sozusagen. Die Übertragung setzt in Ozeanien ein, wandert über Japan, Ost- und Westeuropa nach Nord- und Südamerika. Schlusspunkt der geografischen Reise ist São Paulo. Die inhaltliche...
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