Fast eine Uraufführung
Das alte Holz knarzt, die Treppenstufen geben leicht nach, trockene, würzige Luft zieht durch den Raum. Ein Raum, der im Wesentlichen noch so erhalten ist wie zur Entstehungszeit um 1680. Der Besuch im Ekhof-Theater im Gothaer Schloss Friedenstein ist ein Erlebnis für alle Sinne, für Augen, Ohren und Nase – und auch für die Hände, die behutsam über die Maserung des Geländers fahren. «Das Vergangene ist nicht tot, es ist nicht einmal vergangen», schießt es einem mit William Faulkner durch den Kopf. Herzog Friedrich I.
von Sachsen-Coburg-Altenburg ließ das kleine Theater einst in das Schloss einbauen, das sein Vater sinnfällig «Friedenstein» nannte – weil es am Ende des Dreißigjährigen Krieges errichtet wurde. Heute gehört es zu den ältesten erhaltenen Barocktheatern, eine Preziose, die den Vergleich mit dem Markgräflichen Opernhaus in Bayreuth oder dem Schlosstheater von Sanssouci nicht zu scheuen braucht. Benannt ist es nach dem Schauspieler Conrad Ekhof, der in Gotha wirkte, und bekannt vor allem wegen seiner damals avantgardistischen Bühnenmaschinerie, die, gut gepflegt, bis heute funktioniert.
Seit 1996 nutzt das wackere Ekhof-Festival die Bühne im Sommer. Die Idee: vergessene ...
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Opernwelt November 2014
Rubrik: Magazin, Seite 82
von Udo Badelt
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