Es werde Licht
Die Verbindung computergesteuerter Sounds mit Lichteffekten ist in der kommerzialisierten Technoszene gang und gäbe. Die klassische Konzertsituation, selbst der neuesten Musik, hält sich von solch grenzüberschreitender Wahrnehmung fern. Nicht körperbefreiende Ekstase oder gar Trance, sondern rationale Versenkung ins Kunstwerk ist ihr Ziel.
Der österreichische Komponist Georg Friedrich Haas und die Künstlerin rosalie haben in ihrem «Konzert für Licht und Orchester» mit dem Titel «Hyperion», das zum Abschluss der diesjährigen «Donaueschinger Musiktage» uraufgeführt wurde, einen kühnen Versuch unternommen, Avantgardemusik und moderne Lichtinstallation, Klänge und Farben, unabhängig voneinander und doch aufeinander bezogen zusammenzubringen.
Haas’ Partitur enthält neben den Instrumentalstimmen des in vier Gruppen geteilten Orchesters eine obligate Lichtstimme, die einerseits solistisch führt, andererseits den streng geregelten Ablauf des vierzigminütigen Werks wie ein Metronom bestimmt. In der Donaueschinger Baar-Sporthalle waren die vier Orchestergruppen – massiv besetzte Streicher, drei Klaviere, Holz- und Blechbläser – einander gegenüber an den Seiten platziert, die Halle ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Die Idee ist bestechend, ihre Ausführung bewundernswert. Wie wäre es, überlegte vor gut zehn Jahren der britische Musiktheater-Aficionado Mike Gibb, wenn Informationen über das Operngeschehen auf der ganzen Welt zuverlässig, umfassend, schnell und möglichst gratis im Internet zur Verfügung gestellt werden könnten? Gedacht, getan: 1996 startete Gibb den bis dato...
Im heutigen Opernalltag sind gute Tenöre, vor allem für Verdi und Wagner, Ausnahmeerscheinungen. In früheren Zeiten dagegen war die Konkurrenz so groß, dass viele nach heutigen Maßstäben erstklassige Fachvertreter rasch wieder in Vergessenheit gerieten. Für den systematischen Sammler historischer Recitals gibt es da immer wieder Entdeckungen zu machen.
Der...
Herr Alagna, Ihr letztes Solo-Recital war eine Hommage an den Sänger und Schauspieler Luis Mariano, der in Frankreich eine Legende, bei uns aber kaum bekannt ist.
Das stimmt. Man muss ihn in Deutschland erst noch entdecken. Er war eine außergewöhnliche Person, er hat ein Genre, einen Stil kreiert. Eigentlich wollte er Opernsänger werden, hat das Konservatorium in...
