Erotisches Durcheinander
In ihrer Reihe «Opern aus den Archiven der Welt» haben Werner Ehrhardt und sein Ensemble L’arte del mondo schon mehrere Bühnenwerke wieder ans Licht befördert, die im 18. Jahrhundert überaus beliebt waren, um dann vergessen zu werden. Nach «La scuola de’ gelosi» (2015) folgt mit dem Dramma giocoso «La fiera di Venezia» jetzt eine weitere Buffa von Antonio Salieri, die nach ihrer Uraufführung 1772 in Wien rasch die Bühnen Europas eroberte und sich dort über mehrere Jahrzehnte halten konnte. Wenige Monate nach der Wiener Premiere gelangte «La fiera di Venezia» nach Mannheim.
Eine Kopie der vom dortigen Hofkapellmeister Ignaz Holzbauer an die lokalen Aufführungsbedingungen angepassten Partitur hat sich erhalten. Der Einspielung liegt eine von der Forschungsstelle Südwestdeutsche Hofmusik erarbeitete Edition dieser Fassung zugrunde.
Bei der im Titel genannten «fiera» handelt es sich um das Messe- oder Jahrmarktstreiben, das in Venedig rund um Himmelfahrt stattfindet und in Salieris Oper den pittoresken Hintergrund der Handlung bildet. Wie viele Drammi giocosi generiert auch «La fiera di Venezia» Witz und dramatische Spannung aus dem Aufeinandertreffen unterschiedlicher ...
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Opernwelt November 2019
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 28
von Thomas Seedorf
Sie liebkost jedes Wort, kostet Farbschattierungen ganz subtil aus, verströmt eine gebirgswassersprudelnde Klarheit. Der Gesang von Mari Eriksmoen ist auf jene natürliche Weise kunstvoll, dass selbst zu viel gesungenes und zu viel gehörtes Liedgut wie das «Ständchen» von Richard Strauss oder die «Widmung» von Robert Schumann die Unmittelbarkeit und den Zauber des...
Die Tonart verheißt nichts Gutes. As-Moll, das erinnert weniger an Frühsommerduft als vielmehr an Trübsal, Tristesse und Tragik. Eben die herrscht nun hörbar auch im karg möblierten Schlafzimmer des Kollegienassessors Kowaljow: Schluchzende Glissandi der Posaunen, Violinen, Oboen und Klarinetten dominieren dieses Adagio, ja selbst die Harfe seufzt, und das ist ja...
Zwar ist 2019 noch nicht vorbei. Doch müsste ein Wunder geschehen, um dieses Offenbach-Jahr noch zu drehen. Sein Ertrag ist – überschaubar: einige Neuproduktionen, doch kaum neue Perspektiven. Und noch weniger Auseinandersetzungen mit Unbekanntem («Barkouf», der im Oktober in Köln Premiere hatte, war schon 2018 in Straßburg herausgekommen).
Das kalauernde Motto...
