Elegant
Als in Paris «Echo et Narcisse» in Bausch und Bogen durchfiel, kehrte Gluck 1779 verbittert nach Wien zurück: Nie wieder eine Oper! Doch schon vor «Narcisse» hatte er begonnen, sich mit dem Danaiden-Stoff auseinanderzusetzen, und 1782 war die Schmach so weit vergessen, dass er das Schmollen wieder ließ. Da seine Rechte nicht mitspielte, ging ihm der junge Antonio Salieri zur Hand. Der Senior verausgabte sich jedoch derartig bei der Arbeit – berichtet der Komponist Joseph Martin Kraus –, dass er das Handtuch werfen musste.
Gluck gewährte der Opéra de Paris einen kräftigen Preisnachlass, und das von Salieri vollendete Werk wurde angenommen.
Kaum war es auf der Bühne, ließ Gluck verlauten, Salieri habe es ganz allein komponiert. Aber alles unter Glucks Leitung!, konterte der. Gab Gluck seinen Anteil aus Großmut preis? Oder zog er seinen Namen zurück, weil er dem Können des Jüngeren nicht restlos traute? Einerlei: «Les Danaïdes» öffneten Salieri 1784 an der Seine die Türen.
Danaüs vermählt seine 50 Töchter mit den 50 Söhnen seines Bruders, damit sie die Cousins in der Hochzeitsnacht meucheln. Der in faszinierenden Symmetrien ausgeführte Kontrast zwischen harmlosen Festgesängen bzw. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt November 2015
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 29
von Wiebke Roloff
Seit Jens-Daniel Herzog das Dortmunder Opernhaus von der glücklosen Christine Mielitz übernommen hat, geht es dort kontinuierlich aufwärts. Bei gerade noch 45 Prozent lag die Auslastung, als Herzog anfing, nun kann er 75 Prozent und zudem durch die Erhöhung des durchschnittlichen Kartenpreises eine Einnahmensteigerung um satte 100 Prozent vorweisen. Als «stabile...
Ich habe eine große Dummheit begangen. Ich geb’s zu: Ich hab’s getan. Ich habe mir selbst im Fernsehen zugeschaut.
Heute wird ja praktisch jede Produktion irgendwann mitgefilmt. Ich versuche schon gar nicht mehr, die Verträge für das Zeug zu verstehen. Es ist noch nicht lange her, da war die Medienpauschale eine große Sache. Eine Menge Kohle sprang dabei raus,...
Etwas speziell geht es fast immer zu bei Jürg Wyttenbach, dem bald achtzigjährigen Berner, der seit Jahrzehnten in Basel wirkt und dort viel bewegt hat: als Pianist, als Komponist, als Dirigent, als Programmgestalter. Etwas speziell ging es auch beim «WyttenbachMatterial» zu, das diesen Sommer vom Lucerne Festival vorgestellt worden ist. Dies im Rahmen einer...
