Einzigartige Werkstatt
Die Opera North ist inzwischen die einzige britische Kompanie außerhalb Londons, die es richtig macht: Sie hat zwar kein eigenes Ensemble, besetzt die Rollen jedoch aus einem Pool von Künstlern, die dem Publikum bekannt sind. Außerdem hat sie ein breit gefächertes Repertoire inklusive neuer Werke auf dem Spielplan und verpflichtet größtenteils anerkannte Opernregisseure.
Während die Scottish Opera ihrem Orchester Teilzeitverträge aufdrückt, erwartet Richard Mantle, der die Opera North seit mittlerweile 17 Jahren leitet, von der allgemeinen Kürzungswut, die gegenwärtig auf der Insel herrscht, verschont zu bleiben. Stattdessen spielt er sogar mit dem Gedanken, gemeinsam mit dem West Yorkshire Playhouse und dem Northern Ballet eine Werkstatt nach deutschem Vorbild ins Leben zu rufen. Dabei ist die Stadt Leeds, wo die Opera North unter dem Dach des Grand Theatre beheimatet ist, insofern in ganz Großbritannien einzigartig, als sie – analog zum deutschen Dreisparten-Modell – drei künstlerische Kompanien beherbergt.
Durchaus typisch für das selbstbewusste Haus ist somit auch die britische Premiere von Mieczyslaw Weinbergs auf einer Vorlage von Gogol basierender Oper «The Portrait» ...
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Opernwelt April 2011
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Tom Sutcliffe
Der Höhepunkt kam zum Schluss. So transparent, wie die Staatskapelle Halle unter Karl-Heinz Steffens die Variationen aus Alban Bergs «Lulu-Suite» musizierte, fiel einem unwillkürlich Anton Weberns Diktum ein, in 50 Jahren würde jeder Postbote die Musik der Schönberg-Schule pfeifen. Zumindest konnte jeder musikalische Hörer die Metamorphosen des Wedekind’schen...
Chacun à son goût», lautet die Lebensmaxime des Prinzen Orlofsky. Der blasierte Lebemann, der sein Geld in vollen Zügen hinauswirft, langweilt sich und möchte endlich wieder einmal herzhaft lachen. Die Frankfurter Neuinszenierung von Christof Loy kann (und will) da keine Abhilfe schaffen. Selten wurde in einer Aufführung der «Fledermaus» so wenig gelacht wie an...
Das Schicksal des «Deutschen Miserere» von Bertolt Brecht und Paul Dessau ist denkwürdig. Umso mehr, da es erst jetzt, sieben Jahrzehnte nach seiner Entstehung, auf einer Opernbühne erscheint. Das packende Stück war als Oratorium gedacht, entstand während des Zweiten Weltkriegs im US-amerikanischen Exil, wurde aber erst 1966 in der DDR konzertant aufgeführt, 1989...
