Eine Nase für Talente
Herr Clémeur, Sie waren achtzehn Jahre lang Intendant der Vlaamse Opera in Belgien. Was reizt Sie an der neuen Aufgabe als Intendant der Opéra national du Rhin?
Straßburg liegt im Herzen von Europa. Hier kamen schon immer wichtige Straßen zusammen. Deutschland ist ganz nah, auch die Schweiz ist nur ein paar Kilometer entfernt. Das Publikum ist sehr kulturinteressiert, es kommen viele junge Leute in die Oper. Der Anteil der Zuschauer unter 26 Jahren liegt bei 25 Prozent. Aber auch Autorenlesungen und Liederabende sind gut besucht.
Kürzlich war ich bei einem Liederabend, bei dem das «Spanische Liederbuch» von Hugo Wolf gesungen wurde. Rund tausend Zuhörer lauschten hoch konzentriert den Interpreten. Das ist fantastisch.
Die Vlaamse Opera hat mit Antwerpen und Gent zwei Spielorte. Die Opéra national du Rhin hat drei Spielstätten: Straßburg, Mulhouse und Colmar...
Das Stagionesystem ist in beiden Häusern gleich. Das heißt, wir machen eine Produktion und spielen sie am Stück – und dann kommt die nächste Premiere. In Belgien ist die Aufteilung zwischen den beiden Häusern in Antwerpen und Gent genau 50:50. In Straßburg dagegen findet rund 75 Prozent des Betriebs statt, es gibt also ein ...
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Frau Kozená, darf ich Ihnen ein Kompliment machen?
Magdalena Kozená:(verlegenes Lächeln)
Ihre Stimme scheint mir in den letzten Jahren farbiger geworden, kräftiger, voluminöser. Und vor allem fühlen Sie sich, wenn der Eindruck nicht trügt, in der Höhe wohler. Stimmt das?
(lacht) Ich hoffe, es ist so.
Um es anders zu sagen: Ihre Tessitura hat einen größeren Umfang....
«Coloraturas» heißt das neue Album von Diana Damrau. Der Schriftzug ist so angelegt, dass das Wort «Colors» herausfällt. Koloraturen also als Farben. Das ist nicht zu viel versprochen. Wer Diana Damrau je auf der Bühne erlebt hat, weiß: Das kann sie. Es erklärt aber noch nicht, warum diese Sopranistin (die 2008 im Jahrbuch der «Opernwelt» zur «Sängerin des Jahres»...
Warum, um Gottes willen, die «Taubenpost» als harmlos-versöhnlicher Schluss nach der «Stadt», diesem traumatischen Bild verlorener Liebe, und dem grausigen «Doppelgänger»? War denn jenem Verleger, der aus Franz Schuberts Liedern nach Gedichten Rellstabs und Heines den Zyklus «Schwanengesang» zusammenstellte und diesem am Schluss eben die «Taubenpost» eines gewissen...
