Ein letzter Tanz

Eisenach, Strauß: Die Fledermaus

Opernwelt - Logo

Der Spruch passt einfach zu gut zur Eisena­cher Situa­tion: «Glücklich ist, wer vergisst, was nicht mehr zu ändern ist». Nahezu alle lokalen Blätter haben ihn, neben dem in solchen Fällen immer sehr beliebten «Der letzte Vorhang fällt», zur Premiere der «Fledermaus» am Landes­theater Eisenach in die Überschrift gehievt. Denn es war die letzte eigenständige Produktion des dortigen Hauses, ab der Spielzeit 2008/09 wird es quasi eine Außenstelle des Südthüringischen Staatstheaters.

Zwar handelt es sich juristisch nicht um eine Fusion, faktisch aber kommt in Zukunft fast alles aus Meiningen. Dem Eisenacher Haus wurde – ohne nennenswerte Gegenwehr der Stadtspitze und der Bürger – sein Herz, das Musiktheater, herausgeschnitten, wie es der scheidende Intendant Michael Schlicht formuliert. Das 12-köpfige Ensemble wird aufgelöst, insgesamt gehen 73 Mitarbeiter, die Landeskapelle Eise­nach schrumpft auf 24 Musiker, die nicht mehr viel zu tun haben werden. Das es so weit kommen könnte, hatte sich bei der Erstellung des Spielplans schon abgezeichnet. Deshalb wurde mit der «Fledermaus» ein schillerndes Finalstück angesetzt, in dem keiner das ist, was er zu sein vorgibt – und sowohl ein ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juli 2008
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Udo Badelt

Vergriffen
Weitere Beiträge
Billigware

Ein Volltreffer («La Juive»), eine szenisch aufrüttelnde Produktion («Der fliegende Holländer») und zwei musikalisch halbwegs gelungene Abende («Les Troyens», «Idomeneo») bilden die nicht gerade üppige Bilanz der diesjährigen Stuttgarter Saison, die zum Spielzeitende mit Rossinis französischer Buffa «Le Comte Ory» den Tiefpunkt dessen erreichte, was man an diesem...

Unglück der Erinnerung

Der Held ist absent. Hat sich aus dem Staub gemacht, kurz bevor es ernst zu werden drohte. Nichts wird es nun mit der anberaumten Hochzeit zwischen ihm, Parsifals Sohn, und der edlen Jungfrau Elsa. Leer ge­räumt steht die Hochzeitsvilla, leer geräumt ist Elsas Seele. Und wie leer geräumt sind auch die Klänge, die durch die hohen Räume vagieren, ausgehöhlt,...

Liebe in Zeiten des Internets

Mal installieren sie einen Prada-Shop in der texanischen Wüste, mal verfrachten sie ein Sprungbrett aus einem Schwimmbad in einen Wohnraum: Die international gefeierten Künstler Michael Elm­green und Ingar Dragset lieben es, alte Strukturen zu sprengen und neue Zusammenhänge zu stiften. Nach diesem Prinzip ging das dänisch-norwegische Duo auch bei der...